Invasion mit anderem Namen

1408756675-tanks23.08.14 | Halya Coynash | Charkiwer Menschenrechtsgruppe (übersetzt von Voices of Ukraine)

Der Verdacht, dass Russland den “humanitären Konvoi” nutzte, um die Aufmerksamkeit von seinen anderen Aktivitäten abzulenken, hat sich am 23. August bestätigt: Die westlichen Führer waren nur auf diese unbestrittene Verletzung der Souveränität der Ukraine konzentriert, während sie die NATO-Berichte über unmittelbare russische militärische Einfälle ignorierten. Continue reading

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Dmitry Tymchuk: Greetings on Ukraine’s Independence Day

By Dmitry Tymchuk, Coordinator, Information Resistance
08.24.2014
Translated and edited by Voices of Ukraine

My friends, brothers, and sisters.

Sadly, we celebrate this day of our country’s independence at a time when the enemy’s boots trample our land and our guys are being killed. To our great happiness, this is the first time we are celebrating this day not as just another red [Soviet] date on the calendar, but as our day, full of great meaning.

For there is nothing more sacred than freedom, paid in blood.

We will forever remember our heroes—the guys who died defending our freedom. But we know that from now on, there is no South, East, and West of our country. There Is Ukraine. Period.

…I just spoke with the coordinator of IR [Information Resistance], who hosts a few refugees from Donbas at his home. I quote his words: “Today is the first time they will be celebrating independence day, and mind you, on their own initiative….” No matter how pathetic it sounds, but this is the moment when a united country is born.

From the IR Group, congratulations to all, happy holidays!

Glory To Ukraine!

Source: Dmitry Tymchuk FB

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Separatists force Ukrainian POWs to parade through downtown Donetsk (photos & video)

By Eugene Feldman, photojournalist for Novaya Gazeta
08/24/2014
Translated and edited by Voices of Ukraine

Today, Ukraine celebrated its Independence Day parade on Khreshchatyk Street in Kyiv: it was received by President Poroshenko. In the capital of Donbas, separatists who control part of the Donetsk and Luhansk Oblasts [regions] held an exhibition of burned military equipment and a march [at bayonet point] of Ukrainian POWs [prisoners of war].

International conventions require warring parties not to humiliate the dignity of captured enemies.

All photos are by: Eugene Feldman, 2014 © Novaya Gazeta

Source: NovayaGazeta.ru

The crowd shouted insults and threats and threw things, one photo from this next set may be taken as one of the POWs having been hit in the face by an onlooker. Only one brave “Slava Ukraini” [Glory to Ukraine!] was heard from the crowd. After the column of prisoners went by it was followed by a street sweeper spraying water.
This next set of photos of the same event are all: © RIA Novosti / Max Vetrov and Masha Ross, and were taken from Drugoi’s journal.

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Video (in Russian), street cleaners visible at end:

How to demonstrate war crimes: Show the perpetrators, not the victims. gets it right.

Source: Drugoi.livejournal.com

 

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Zwischen deutschen und russischen Interessen: die Ukraine am Rande des politisch Unvermeidlichen

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel traf heute zu ihrem Besuch in der Ukraine ein. Ihre Mission: Den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko davon zu überzeugen, Kompromisse mit Russland einzugehen, die geeignet sind, die Gefahr eines vollmaßstäblichen Kriegs zwischen Kiew und Moskau zu bannen.

Inoffiziell dürfte eines der wichtigsten Themen bei den Gesprächen die Krim-Problematik sein, eine Umformatierung der Einflusssphären in Osteuropa, die Frau Merkel gerne von der Tagesordnung nehmen würde. Russland versucht derweil, die Ukraine dazu zu bringen, diese schändliche Annexion offiziell anzuerkennen.

Jede an die Ukraine gerichtete Forderung, die Annexion der Krim anzuerkennen, zeigt unweigerlich Parallelen zu der Forderung Hitlers, die Annexion des Sudetenlandes im Jahre 1938 anzuerkennen. Bekanntlich hat diese Anerkennung der Annexion des Sudetenlandes die Tschechoslowakei nicht vor der vollständigen Besetzung im Jahre 1939 retten können.

Für Russland und Deutschland käme ein solcher Kompromiss gelegen, weil auf diese Weise die Situation – freilich auf Kosten der Ukraine – auf den Boden der Legitimität zurücküberführt würde. Für die Ukraine freilich wäre es besser, das Schicksal Polens aus dem Jahre 1939 zu wiederholen, statt den Weg der schmählichen Kapitulation der Tschechoslowakei zu wählen. Solange auch nur ein Quadratmeter einer von der Weltgemeinschaft anerkannten unabhängigen Ukraine existiert, kann Russland nicht frei atmen, weil die Ukraine alle russischen Initiativen einer „Normalisierung“ der Situation blockieren wird.

Was versteht Russland unter einer „Normalisierung der Situation“?

Nichts weniger als die Legitimierung der Annexion der Krim sowie eine schrittweise Auflösung der Ukraine mittels ihrer „Föderalisierung“, durch welche die Regionen des Südostens zunächst eine Selbstständigkeit erlangen, die den Übergang der Region unter die De-facto-Kontrolle der Russischen Föderation ermöglicht. Doch dies wäre nur ein Zwischenschritt für die spätere Abtrennung der Region von der Ukraine und ihre Umwandlung in einen chimärenhaften Quasistaat unter der Bezeichnung „Neurussland“. Somit stünden auf der ersten Etappe der Realisierung dieses Modells der Verlust der Staatlichkeit der Ukraine und ihre praktische Umwandlung in eine Konföderation. Auf der zweiten Etappe würde von der Ukraine nur noch ein kleiner Stummel übrig bleiben, der aus den westlichen Oblasten, einem Teil von Podolien und vielleicht noch Kiew besteht.

Bei der Realisierung eines solchen Szenarios würde Deutschland, gestützt auf das Assoziierungsabkommen vom 27. Juni dieses Jahres, in den westlichen Regionen der Ukraine wirtschaftlich (und somit auch politisch) dominieren.

Somit wäre dieses Szenario für Deutschland wie auch für Russland eine Lösung des Konfliktes auf Kosten der Ukraine. Und genau deswegen ist eine derartige „Normalisierung“ nicht in unserem Interesse.

Für uns wäre es eine Normalisierung der Situation, wenn die Krim in die Ukraine zurückkehrt, Russland aus dem Donbass „herauskomplimentiert“ wird und wir eine (institutionelle wie wirtschaftliche) Grundlage für den Übergang von der Logik des Überlebenskampfes zu einer Logik der Entwicklung erhalten. Letzteres wird nur mit nachhaltigen staatlichen Institutionen möglich sein, die Rückhalt in breiten Gruppen der Bevölkerung aller sozialen Schichten haben. Eine solche Regierung muss in den Augen des Volkes wie auch in den Augen der Weltgemeinschaft (Russland einmal ausgenommen) legitim sein.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir uns einiger wichtiger Punkte klar werden

Erstens: Wir dürfen in der aktuellen Situation nicht die Hoffnung auf andere legen. Europa wird von Bürokraten regiert, die es gewohnt sind, in Friedenszeiten zu operieren. Alles, was die Logik des Friedens übersteigt, versetzt sie in Schrecken und paralysiert ihre Willenskraft. Das ist für Europa selbst höchst problematisch und gefährlich, doch wollen wir lieber über unsere eigenen Probleme reden.

Zweitens: Die USA unterstützen uns genau so weit, wie wir selbst Widerstand leisten werden. Je entschlossener unser Widerstand gegenüber Russland sein wird, desto höher wird auch die Unterstützung der USA ausfallen. Es ist unbestritten, dass die USA dabei eigene Interessen verfolgen, nämlich eine Schwächung Russlands. Dieses Interesse fällt jedoch mit den Interessen der Ukraine zusammen. Aber die USA werden sich im jetzigen Stadium nicht in diesen Konflikt hineinziehen lassen. Das Risiko wäre zu groß, dass sie dabei allein bleiben. Die USA benötigen Zeit, um einen Pool aus Verbündeten in Europa zu bilden, der Deutschland und in der Folge auch Russland blockieren kann. Das dauert seine Zeit, und deswegen ist jeder Zeitgewinn für die Ukraine nützlich, nicht jedoch für Russland, das mit fortschreitender Zeit immer mehr unter den Folgen der Sanktionen des Westens leiden wird.

Somit benötigen wir neue staatliche Institutionen, die von harten, bissigen und pragmatischen Politikern geleitet werden, die in der Lage sind, die Ressourcen des Landes für einen langen Kampf zu mobilisieren.

Unsere Erfolgsaussichten bei diesem Kampf hängen vor allem von unserer Befähigung ab, innere Reserven zu erschließen, die die Stabilität des Staates festigen. Diese Reserven sind vorhanden und sie sind gigantisch; der Schlüssel zu ihnen ist die Ausmerzung der Korruptionsrente. Eine Ausmerzung der Korruptionsrente aber ist direkt verbunden mit der Fähigkeit der Gesellschaft, ihre eigenen Lebensansichten grundlegend zu überdenken, alte Werte über Bord zu werfen und neue Werte anzunehmen, die uns ein Überleben ermöglichen.

Der Erfolg unseres Kampfes hängt weder von den USA noch von Deutschland ab, weder von Öl und Gas noch von der Wirtschaft – das alles ist zweitrangig. An erster Stelle stehen die Werte, denn sie schaffen die Motive, aus denen Handlungen entstehen. Die tiefe Krise, in der sich die Ukraine seit 23 Jahren ihrer Unabhängigkeit befindet, ist unmittelbar mit der Wertekrise der späten UdSSR verbunden. Die Ukraine wurde ausgeplündert, weil die Menschen mit einem Weltbild leben, in dem Raub und Plünderung ein legitimes Verhaltensmuster sind. Wer nicht vor allem in die eigene Tasche wirtschaftet, wird in einer solchen Gesellschaft als komischer Kauz und Idiot betrachtet. Diese Lebensphilosophie wurde in den Jahren der Unabhängigkeit ins Extreme getrieben. Die Gesellschaft hat sich in einzelne Klans und Gruppen zerlegt, die verbissen untereinander konkurrieren und die Überbleibsel der sowjetischen Infrastruktur verschlingen, ohne im Gegenzug etwas Neues zu schaffen.

Doch nicht alle übernahmen diese Philosophie, mehr noch, viele begannen, zu erkennen, dass genau diese Philosophie die Ursache für all unser Leiden ist. Diese Erkenntnis liegt an der Wurzel der beiden Aufstände auf dem Maidan.

Heute befinden wir uns in der zweiten Etappe einer schleichenden ukrainischen Revolution. Diese zweite Etappe ist durch die Agonie des alten Regimes charakterisiert. Die Menschen des alten Regimes können selbst angesichts einer tödlichen Bedrohung nicht von ihren lasterhaften Praktiken der Selbstbereicherung ablassen. In der Folge werden diese Menschen und ihre Organisationen vom Gang der Geschichte in die Flucht geschlagen werden. Doch was ist der Gang der Geschichte? Das ist stets ein Konflikt von Interessen und derjenigen Subjekte, die hinter diesen Interessen stehen. In einem solchen Kampf der Interessen wird die Richtung ausgebildet, in die sich die Gesellschaft bewegt.

Der zweite Maidan prägte die Nachfrage nach neuen Werte, ohne die dieses Land und seine Gesellschaft ganz einfach nicht überleben werden. Bescheidenheit, Besonnenheit, gegenseitige Unterstützung, Selbstaufopferung und Vertrauen – all diese Werte müssen wieder Teil unseres Alltags werden. Je mehr Leute diese Werte predigen und ausleben, desto mehr Ressourcen werden wir mobilisieren können, um die Ukraine aus der Asche auferstehen zu lassen. Die entscheidende Frage für Menschen, die diese neuen Werte leben möchten, liegt in ihrer Fähigkeit zur Organisation. Bei einem sozialen Kampf ist es völlig unbedeutend, wie heilig und ehrenhaft die Ideale einzelner sozialer Gruppierungen sein mögen. Prinzipiell wichtig dagegen ist die Fähigkeit, die eigenen Bemühungen zu konsolidieren und eine systematische und organisierte Aktivität zu entfalten. Hierin liegt die unvergängliche Lektion des Maidans, der seine Interessen nicht erfolgreich verteidigen konnte, weil er eine spontane Erscheinung war und deswegen a priori unter die externe Kontrolle derjenigen Subjekte geriet, die systematisch handeln, ihre Ressourcen systematisch mobilisieren können und de facto jedes Mal gewonnen haben. In unserer Situation sind diese Subjekte die Oligarchen.

Dies bedeutet eins, und der unlängst erfolgte Rücktritt des Wirtschaftsministers Scheremeta führt dies anschaulich vor Augen, nämlich dass jeder, der etwas in diesem Land verändern möchte, begreifen muss, dass sich dieser Sumpf nicht von innen heraus ändern lässt, dass man sich nicht in ihn integrieren und dann von innen ändern kann, dass man ihn nicht von den Flanken her umgehen kann. Der Sumpf bleibt ein Sumpf. Überhaupt ist ein Sumpf ein Sumpf, egal von welcher Seite her man ihn betrachtet.

Den Sumpf austrocknen kann man nur gemeinsam, nur mit grundsätzlich anderen Beziehungssystemen zwischen den Menschen, mit anderen Werten und anderen Organisationen. Auf sich allein gestellt werden selbst die hellsten, besten und genialsten Menschen durchgekaut, ausgeweidet und wieder ausgespuckt.

Die Menschen müssen aufhören, die Machthabenden zu fürchten, und vor allem aufhören, sich zu fürchten, ihre Kritik an der Macht auf konstruktive Weise zu äußern, denn nur die Macht hat die nötigen Instrumente, um die Ukraine umzuformen. Doch das Wichtigste ist, dass nur eine kluge, harte und pragmatische Regierungsmacht, die die Interessen der gesamten Gesellschaft vertritt, die die Gesellschaft als ganzheitlichen Organismus betrachtet, in der Lage sein wird, die Ukraine zu erhalten.

Wie schon Milton Friedmann schrieb: „Nur eine Krise – eine tatsächliche oder eine empfundene – führt zum Wandel. Wenn es zu einer Krise kommt, hängt das weitere Vorgehen von den Ideen ab, die im Umlauf sind. Das ist meiner Ansicht nach unsere Hauptfunktion: Alternativen zur bestehenden Politik zu entwickeln, sie am Leben und verfügbar zu halten, bis das politisch Unmögliche unvermeidlich wird.“

Heute stehen wir an der Schwelle einer Situation, in der das politisch Unmögliche politisch unvermeidlich wird. Eine Teilung der Ukraine im Geiste des Hitler-Stalin-Paktes erschien noch vor einem Jahr vielen unmöglich, heute dagegen sieht sie bedrohlich unvermeidlich aus. Der Abgang vieler verhasster Vertreter der regierenden Elite von der politischen Bühne, der gestern noch völlig unmöglich erschien, ist heute bereits eine historische Tatsache. Wenn somit das politisch Unmögliche plötzlich die Züge des politisch Wahrscheinlichen annimmt, bedarf es nur noch einer neuen Leichtigkeit des Handelns in Übereinstimmung mit den eigenen Vorstellungen von der Welt. Die Ukraine überschreitet den Rubikon ihrer eigenen Ängste und Komplexe, die sie so lange im Pferch der ewig Zweiten, ewig Gejagten, ewig Geschlagenen gehalten haben. In diesem unbarmherzigen Kampf erkennen wir, dass wir auf uns allein gestellt sind, und wir erkennen die Möglichkeiten, die dieses Alleingestelltsein jedem bietet, der sich aufmacht, sein Schicksal herausfordert und voranschreitet, allen Prüfungen des Schicksals zum Trotz.

Quelle: Juri Romanenko auf Chwylja, 23. August 2014
Aus dem Russischen von: Tobias Ernst – Fachtexte vom Profi

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ATO Press Center: Changes in the operational environment as of 07:00 pm EEST on August 23

By ATO Press Center
08.23.2014
Translated and edited by Voices of Ukraine

Today, on August 23, at a border detachment near Bilovodsk of Luhansk Oblast [region] in the direction of the village of Derkulivske, there was an attempted breakthrough by a subversive group from the Russian Federation [RF]. A group of subversives was fired at by [Ukrainian] border guards, they [the Russians] were forced to retreat. One of the Russian commandos was wounded and left a backpack on the battlefield. In the backpack, [the Ukrainian servicemen] found a night vision sniper scope, a uniform, gloves, a Balaklava, a climber cord, two packs of ammunition (pictured).

Also in the area of the towns of Pobeda and Ulyanivske, a convoy of up to 5 infantry fighting vehicles and up to 20 trucks crossed the state border of Ukraine from the RF. However, the terrorists encountered resistance from the Ukrainian border guards, who entered into combat with the violators.

It is learned from sources close to the terrorist nicknamed Chechen, the units of Kadyrov mercenaries that are currently deployed on the territory of Ukraine, are undergoing additional training following the failure of an anti-terrorist operation in South Ossetia. Several shortcomings in the training of mercenaries were found.

Today, the army aviation of the Armed Forces of Ukraine launched a series of missions to evacuate the wounded and deliver humanitarian cargo.

Major efforts of the ATO forces are currently focused on fulfilling the task of isolating the critical area of Horodyshche, along the state border, Izvaryne, Krasnodon, Chervona Polyana, Kolpakovo, Krasnyi Luch, Vakhrushevo, Petrovske, Perevalsk, Zymohirya, Slavyanoserbsk, along the river of Seversky Donets.

Also shelling of the positions of the Armed Forces of Ukraine continued near the settlements of Chervona Polyana, Zemlyane, Stanichno-Luhanske, Novohryhorivka, Novgorodske, Novoivanivka, and Kuteynekovo.

Source: ATO Press Center FB

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