Das Jazenjuk-Interview, uncut

Am 07.01.2015 zeigten die Tagesthemen den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk im Gespräch mit Pinar Atalay. Die ARD hat nun eine ungeschnittene und nicht synchronisierte Langfassung des Interviews online gestellt. Voices of Ukraine liefert dazu eine sorgfältige Übersetzung aller Aussagen von Herrn Jazenjuk sowie einer Klarstellung des ukrainischen Außenministeriums.

Arseni Jazenjuk im Gespräch mit Pixar Atalay von der ARD

Arseni Jazenjuk im Gespräch mit der ARD

Das Interview

Atalay: Und in Berlin begrüße ich den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk. Guten Abend Herr Ministerpräsident!

Jazenjuk: Ich grüße Sie herzlichst!

Atalay: Ihr Besuch hat heute in Deutschland bereits etwas Chaos ausgelöst. Die Internetseiten der Bundeskanzlerin und des Bundestags wurden durch einen Hackerangriff lahmgelegt. Wie sehr schüchtert Sie so etwas ein?

Jazenjuk: Ich denke, dass die russischen Geheimdienste die Gelder russischer Steuerzahler nicht für Cyber-Angriffe gegen die deutsche Regierung ausgeben müssen. Wenn sie einen Dialog anstreben, sind wir bereit, einen solchen Dialog live abzuhalten, auch hier auf Ihrem Sender.

Atalay: Sie treffen ja morgen auf Kanzlerin Merkel. Sie erwarten eine Menge von ihr, Merkel aber auch viel von Ihnen. Womit wollen Sie die Kanzlerin überzeugen, damit sie Ihnen und Ihrem Land weiterhilft?

Jazenjuk: In erster Linie tun Deutschland und die Bundeskanzlerin persönlich sehr viel, um den Frieden in der Ukraine wiederherzustellen. Und nicht nur, um den Frieden in der Ukraine wiederherzustellen, sondern auch, um Stabilität in ganz Europa zu gewährleisten, da die russische militärische Aggression gegen die Ukraine ein Anschlag auf die Weltordnung und ein Anschlag auf die Europäische Sicherheit ist. Wir können uns alle sehr gut an die sowjetische invasion (J. benutzt das englische Wort, A.d.Ü) sowohl der Ukraine als auch unter anderem Deutschlands erinnern. Dies soll vermieden werden, und keiner hat das Recht, die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges neu zu schreiben, wie es der Präsident Russlands, Herr Putin, versucht.

Was konkrete Hilfe angeht, dann besteht die Haupthilfe natürlich darin, dass wir einig sind. Wir sind einig als Ukraine und als EU, die EU und die USA und die westliche Welt sind sich darüber einig, dass jeder auf dieser Welt seine internationalen Verpflichtungen erfüllen und dafür die Verantwortung tragen muss, falls solche internationalen Verpflichtungen nicht eingehalten werden. Wenn Russland die Krim widerrechtlich annektiert hat, muss es einen Preis dafür zahlen. Wenn Russland seine Truppen aussendet und einen unabhängigen Staat erobert, muss es auch einen Preis dafür zahlen.

Wenn wir alle in Frieden und Stabilität leben wollen, sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine, müssen wir dafür kämpfen. Die Haltung Deutschlands, der deutschen Kanzlerin sowie die Haltung des deutschen Volkes bei der Unterstützung der territorialen Integrität und der Unabhängigkeit der Ukraine schätze ich sehr hoch.

Atalay: Ja, Herr Jazenjuk, was geben Sie wiederum Deutschland und der Europäischen Union als Angebot, was können Sie ändern? Noch mal zu der Frage, Frau Merkel erwartet da etwas von Ihnen.

Jazenjuk: Es ist mir klar, dass zurzeit viele der verehrten deutschen Zuschauer gar nicht sofort sagen können, an welchem Punkt genau der Konflikt im Osten der Ukraine derzeit stattfindet. Das ist natürlich, weil wir einerseits weit von einander entfernt sind. Andererseits sind es ja nur zwei Flugstunden von Kyiw nach Berlin. Daher ist die Sicherheit der Ukraine das Unterpfand der Sicherheit in der EU und in Deutschland. Somit besteht unsere erste gemeinsame Aufgabe darin, den Frieden und die Stabilität in der Ukraine und in Europa sicherzustellen.

Zum Zweiten hat die Ukraine eine Entscheidung für sich getroffen: Das ukrainische Volk hat sich ausschließlich für die europäische Integration ausgesprochen. Und genau das hat den russischen Präsidenten so beunruhigt – mal von der Revolution der Würde abgesehen, die sich in der Ukraine ereignete, und der russische Präsident dachte sich wohl, dass die gleichen demokratischen Prozesse die Russische Föderation erreichen könnten, was zu einem schnellen Regimewechsel in Russland führen würde. Daher zahlen wir jetzt für unsere europäische Entscheidung einen sehr hohen Preis. Dieser Preis beinhaltet u.a. die eingeleiteten harten und unpopulären Wirtschaftsreformen, bei denen wir den Staatsapparat reduziert, Steuern erhöht, eine Reihe von Sozialprogrammen geschlossen, alle Sozialleistungen eingefroren haben, weil wir jetzt überleben müssen. Und wir erwarten Hilfe von unseren westlichen Partnern – in der ersten Linie aus Deutschland – um diese schwierigen Zeiten zu überstehen.

Zum Dritten wird dieser Krieg so oder so enden. Und wir in der Ukraine tun alles dafür, damit dieser Krieg enden wird. Und die Kanzlerin persönlich nimmt …

Atalay: … Herr Ministerpräsident …

Jazenjuk: … an den Telefonkonferenzen im sog. Normandie-Format teil. In diesem Format arbeiten die Kanzlerin, der französische Präsident, der ukrainische Präsident und der russische Präsident an der Umsetzung des Friedensabkommens von Minsk zusammen. Daher wird Frieden kommen …

Atalay: Herr Ministerpräsident, ich darf Sie einmal kurz unterbrechen, Sie haben eben Reformen angesprochen, die Sie schon auf den Weg gebracht haben, die die Ukrainer auf den Weg gebracht haben. Nun ist eine Forderung von Ihnen, dass die EU Ihnen mehr Geld gibt, die ukrainische Wirtschaft steckt ja wirklich in der Krise. Der EU reichen Ihre Reformen, die Sie eben angesprochen haben, aber nicht, vor allem was beispielsweise die Korruptionsbekämpfung angeht. Wie werden Sie da der EU denn entgegenkommen?

Jazenjuk: Nun, in erster Linie möchte ich zunächst für die Mittel Rechenschaft ablegen, die wir bereits erhalten haben. Wie Sie wissen, haben wir im vergangenen Jahr 9 Mrd. US-Dollar vom IMF und von anderen internationalen Institutionen erhalten. „Wir haben erhalten“, das heißt nicht, dass man uns diese Mittel geschenkt hätte. Man hat uns lediglich Kredite gegeben. Mit Hilfe dieser 9 Mrd. US-Dollar konnten wir ausländische Kredite und Verbindlichkeiten in Höhe von 14 Mrd. US-Dollar begleichen. Das heißt, dass wir mit unseren internen Problemen zurechtkommen, jetzt, so ist es unsere Absicht, selbständig. Dabei müssen wir unsere Armee finanzieren, und das bedeutet Ausgaben in Milliardenhöhe und zwar für den Krieg, den Russland gegen die Ukraine entfesselt hat.

Und nun zur Korruption. Das ist ein Schlüsselpunkt, aber ich möchte auch hierüber Rechenschaft ablegen. Wir haben uns eine Aufgabe gestellt: Die Korruption im Energiesektor zu überwinden. Früher lagen bei uns in unserem Energiesektor die Geschäfte mit dem Kauf und Verkauf von Gas – es ging um Mrd. US-Dollar – in den Händen von Mittelsmännern. Heute kaufen wir Gas bei deutschen Firmen in einem transparenten Verfahren ein, und wir haben Korruption im Wert von Milliarden US-Dollar vernichtet. Das ist der erste Schritt. Und wir müssen weiter gehen, u.a. auch mittels fünf verabschiedeter Gesetze, die sehr streng sind, und die ernsthafte Schritte auf dem Weg zur Überwindung der Korruption auf der Mikroebene machen. Deswegen: Wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Glauben Sie mir, die jetzt durch die ukrainische Regierung eingeleiteten Reformen sind in der Ukraine höchst unpopulär. Wenn die Menschen weniger Geld und mehr Steuern erhalten, d. h., wenn sie mehr Steuern zahlen müssen, wenn die Strom- und Gaspreise steigen, die Zahl der Beamten sinkt – das sind nicht gerade beliebte Schritte. Aber es sind richtige Schritte und wir gehen diesen Weg und wir werden weiter diesen Weg der wirklichen und realen Reformen beschreiten.

Atalay: Herr Jazenjuk, am 15. Januar soll nach jetzigem Stand ein Treffen zwischen Merkel, Russlands Präsident Putin, dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko und dem französischen Präsidenten Hollande stattfinden. Merkel und Holland zweifeln offenbar, sie zögern sehr, dass das was bringt, wie wollen Sie sie denn vom Gegenteil überzeugen, damit sie wirklich kommen?

Jazenjuk: Erstens soll das unsere gemeinsame Entscheidung sein. Niemand wird den anderen von irgendetwas überzeugen. Einfach nur nach Astana zu reisen ergibt keinen Sinn, wenn das Treffen nicht gut vorbereitet wird und wenn am Ergebnis dieses Treffens nicht nur klar Vereinbarungen, sondern auch die Erfüllung der schon erreichten Vereinbarungen steht. Denn die Ukraine hat gemeinsam mit Russland in Minsk eine Vereinbarung über die Deeskalation des Konflikts unterzeichnet. Dabei hat die Ukraine alle ihre Verpflichtungen erfüllt: Es wurde ein Gesetz über den Sonderstatus der Gebiete Donezk und Luhansk verabschiedet – welches die ukrainische Gesellschaft nicht positiv aufgenommen hat – und dennoch haben wir das gemacht. Es wurde ein Amnestiegesetz verabschiedet, das sogar die Personen Straffreiheit gewährt, die Verbrechen begangen haben. Wieder war die ukrainische Gesellschaft nicht glücklich damit, doch auch das haben wir gemacht. Der ukrainische Präsident hat einen Waffenstillstand verfügt. Die Russische Föderation dagegen hat keinen einzigen Punkt der Vereinbarung erfüllt: Die Kontrolle über die Grenze durch die Ukraine wurde nicht wiederhergestellt, immer noch sind dort russische Terroristen zu Gange. Waffen werden von Russen an russische Terroristen geliefert. Die russische Truppen und Agenten sind immer noch auf ukrainischem Territorium.

Also zurück zur Reise nach Astana. Astana muss dazu dienen, Vereinbarungen mit Erfüllungsgarantie zu treffen. Falls keine solche Herangehensweise gegeben ist und es kein fassbares Ergebnis gibt, so ergibt es keinen Sinn, Treibstoff für den Flug von Europa nach Kasachstan zu verschwenden – selbst wenn der Treibstoff mittlerweile ziemlich günstig geworden ist.

Atalay: Herr Jazenjuk, die Ukraine rüstet aber weiterhin auf. Auch wenn, wie Sie gesagt haben, Russlands Präsident Putin nicht wirklich zu einer Beruhigung der Situation beiträgt. so tut dies die Ukraine aber auch nicht wirklich. Sie sagen, Putin wolle keinen Frieden, bezeichnen ihn in einem Interview als Drogensüchtigen, der immer mehr Annexionen brauche. Da kommen auch Provokationen von Ihnen. Warum?

Jazenjuk: Was für eine Reaktion erwarten Sie von dem Ministerpräsidenten eines Landes, dessen Nachbarland die Krim gesetzwidrig besetzt hat? Das ist unser Territorium. Die Krim ist ukrainisches Territorium. Russland hat sie besetzt. Es hat Tausende seiner Militärangehörigen in die Ostukraine abkommandiert und ein Drittel der ostukrainischen Gebiete de facto vernichtet. Die Politik des Aggressors hat bereits 5.000 Opfer in der Ukraine gekostet. Wofür? Wofür eigentlich kämpft der Präsident Russlands Vladimir Putin? Für die russische Sprache? Wir sprechen doch alle Russisch! Für eine erdachte „Russische Welt“? So wird es sie nicht mehr geben und es wird auch keine Wiederherstellung der Sowjetunion geben. Für Einflussbereiche? Wir sind in einem Einflussbereich, aber unser Einflussbereich wird durch die Ukrainer selbst bestimmt – wir werden in unserer europäischen Familie zusammenleben.

Was die Ukrainische Armee angeht: Als ich vor 10 Monaten an die Spitze der ukrainischen Regierung kam, gab es überhaupt keine Armee. Sie war vernichtet. Ein Staat ist aber nur dann im Stande, sich zu verteidigen, wenn er eine Armee hat. Und daher besteht unsere heutige Aufgabe darin, für die Sicherheit in der Ukraine und in Europa Sorge zu tragen und zwar nicht durch eine Offensive, sondern durch eine Defensive, die der russischen Armee und den russischen Terroristen die Möglichkeit nimmt, sich weiter auszubreiten. Wir verteidigen unser Volk. Wir verteidigen unseren Staat …

Atalay: Und was genau ist Ihr Beitrag für eine friedliche Lösung des Konflikts?

Lassen Sie mich bitte zu Ende kommen. Wir verteidigen nicht nur die Ukraine. Wir verteidigen auch Europa und die Europäische Union. Der Preis dafür sind unsere Opfer, unsere Verluste, unser realer Kampf für unsere ukrainische Unabhängigkeit.

In Bezug auf den Friedensplan möchte ich noch einmal betonen, dass auch wir wissen, dass eine militärische Lösung des Konflikts nicht das Beste ist. Keiner auf der Welt will einen dritten Weltkrieg. Auch wir wollten diesen Krieg nicht. Nicht wir haben den Krieg in Europa entfesselt, den Krieg hat Vladimir Putin angefangen. Wir nahmen das Abkommen von Minsk in Kauf, wir nahmen die unpopulären Gesetze über den Sonderstatus der Ostgebiete und über die Amnestie in Kauf. Wir nahmen es in Kauf, der ukrainischen Armee den Befehl zu erteilen, das Feuer komplett einzustellen, um alle in Minsk getroffenen Abkommen zu erfüllen …

Atalay: Da gibt es widersprüchliche Angaben, muss ich sagen, Herr Ministerpräsident, wer was einhält, es ist tatsächlich schwer, auseinanderzuhalten, und wenn man den Menschen im Osten Ihres Landes mal schaut, wie es ihnen geht, denen geht es wirklich schlecht, mehr als 4000 Menschen sind bislang gestorben, der blutige Konflikt geht ja nun weiter. Haben Sie denn innerlich die Menschen der Ostukraine als Teil Ihres Landes irgendwie schon aufgegeben?

Jazenjuk: Ich möchte auch diese russische Propaganda widerlegen. Wissen Sie, sehr schlimm und sehr schwer haben es derzeit alle Menschen in der Ukraine, weil die Ukraine sich im Kriegszustand befindet. Ungeachtet der Tatsache, dass im Osten der Ukraine Kampfhandlungen andauern, die durch die Russen gesteuert werden, haben schon jetzt ca. 850.00 Binnenflüchtlinge aus dem Osten der Ukraine in Gebieten unter ukrainischer Kontrolle aufgenommen.
Wir zahlen ihnen Renten, Löhne, Sozialleistungen. Was die Menschen betrifft, die in den Gebieten Donezk und Luhansk geblieben sind, die außerstande sind, diese Gebiete zu verlassen, beliefert die ukrainische Zentralregierung diese Gebiete weiter mit Strom und Gas. Und ich sage Ihnen, was das den ukrainischen Steuerzahler kostet – übrigens, wir bekommen aus dem Gebiet Donezk und aus Luhansk keine Steuern mehr. Also in den letzten 6 Monaten belaufen sich die Kosten der Strom- und Gaslieferungen in die Gebiete Donezk und Luhansk, die vorübergehend unter der Kontrolle der russischen Terroristen stehen, auf 1 Mrd. US-Dollar! Diese Kosten trägt niemand sonst als allein die ukrainischen Steuerzahler.

Daher bitte ich Sie, diese russische Propaganda zu zerstreuen. Wir tun alles dafür, unser Land zu einen. Sie haben in Deutschland einen Prozess der Wiedervereinigung durchlaufen – wir erleben derzeit einen Teilungsprozess, den Russland initiiert hat. Wir werden allerdings alles tun, damit die Ukraine ein geeintes Land ist, insbesondere auch mit Hilfe unserer westlichen Partner.

Atalay: … sagt Arseni Jazenjuk, Ministerpräsident der Ukraine. Ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Jazenjuk: Danke. (Weiter auf Deutsch:) Dankeschön. Auf Wiedersehen.

Quelle: ARD
Aus dem Ukrainischen vom Core-Team von Voices of Ukraine.

Stellungnahme zum Interview

Kommentar des Sprechers des Außenministeriums der Ukraine Jewhen Perebyjnis

Es erstaunt uns, zu hören, dass das Russische Außenministerium eine Reaktion des Deutschen Außenministeriums auf das Interview mit Premierminister Arsen Jazenjuk zu sehen wünscht. In diesem Falle sollte Russland auch die Meinung vieler anderer osteuropäischer Länder einholen, in welche die Sowjetunion nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein totalitäres Regime exportiert hat und wo sie jegliches Streben nach demokratischer Veränderung brutal unterdrückte – so geschehen in Budapest, Prag, Warschau und vielen anderen Hauptstädten des sogenannten „sozialistischen Lagers“.

Durch seine inadäquate und propagandistische Interpretation der Aussagen des Premierministers beweist Russland als selbstdeklarierter Nachfolger der UdSSR und leider auch als Nachfolger ihrer imperialistischen Traditionen lediglich Eines: dass für das heutige Russland die militärische und ideologische Besatzung Mittel- und Osteuropas, einschließlich Ostdeutschlands, durch die Sowjetunion genau so normal ist wie die heutige Besatzung der Krim und des Donbas-Gebiets durch Russland.

Genau das – und nichts anderes! – meinte Arseni Jazenjuk in seinem Gespräch mit dem deutschen Fernsehsender. Und niemand außer den russischen Journalisten und Diplomaten hat versucht, einen anderen Kontext in seinen Worten zu finden – einen Kontext, der nicht da war und auch gar nicht da sein konnte.

Auf dieselbe Weise, wie die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg Europa in ideologische Lager gespalten hat, versucht das Russland von heute, den Kontinent in Einflusssphären zu teilen und diktatorische Regimes durch Schaffung und Unterstützung „eingefrorener“ Konflikte zu erhalten. Aber genau wie vor 25 Jahren haben sich die Europäer für Freiheit entschieden. Heute hat das ukrainische Volk ganz klar die Wahl getroffen, nicht in einer sowjetisch geprägten Welt oder der sog. „Russischen Welt“ leben zu wollen, sondern Teil einer zivilisierten, demokratischen und gesetzestreuen Europäischen Familie zu werden.

Leider ist genau die russische Aggression gegen die Ukraine die Hauptbedrohung für diese zentralen europäischen Werte. Und das ist der Grund, warum die Hauptaufgabe der gesamten zivilisierten Welt heute darin besteht, Russlands Versuche zu stoppen, Europa ein weiteres Mal gemäß seinen aggressiven Interessen zu spalten, und Russland dazu zu bringen, die territoriale Integrität und Souveränität anderer Länder zu respektieren und zu einem zivilisierten Format der internationalen Beziehungen zurückzukehren.

Quelle: Außenministerium der Ukraine auf Facebook
Aus dem Englischen von Voices of Ukraine

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Yuri Butusov: Respect to the Presidential Administration in Ukraine

Screen Shot 2015-01-09 at 10.05.26 PMYuriy Butusov, journalist, Contributing Editor at Censor.NET
01.10.2014
Translated and edited by Voices of Ukraine

[There was] one thing that I was very impressed with at the Presidential Administration, where the Competition Commission meeting regarding the National Anti-Corruption Bureau took place. The walls on every floor, in every hallway, are decorated with beautiful photographs of the Ukrainian revolution. Honor and respect to those who did it. [You] get a very cool feeling when you walk down the hall, and spend all that time walking and thinking about the price that the people [of Ukraine] paid to change the government and the state, to change history and national destiny. These photos have greatly dignified and humanized the building of the Presidential Administration.

Tomorrow, I’ll attend another meeting here – I will take more pictures of the most interesting photos. It is a shame that people don’t see this – it would be a great exhibition. When we build a modern European power, and when we have sufficient funds, we will relocate all of the [Ukrainian] authorities somewhere to the outskirts of the left bank [of Kyiv] to a modest office center, and then the Presidential Administration will be turned into a museum of modern Ukrainian history and [become] a working place for community organizations. And in this way, these photos and many more would become a permanent exhibition, where school children could go and have their classes.

Source: Yuriy Butusov FB 

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Trägt der Terroranschlag gegen „Charlie Hebdo“ die Handschrift des FSB?

In Paris hat es einen Akt des Terrors gegen die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ geben: 12 Tote, 4 Menschen wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Es handelt sich um den schlimmsten Terroranschlag in Frankreich seit 1995. Damals wurden die Anschläge von der Politik von Charles Pasqua provoziert, schließlich passten sie in seine Strategie der Einschüchterung und Totalisierung der französischen Gesellschaft.

Das Magazin „Charlie Hebdo“ hat nicht nur einmal Terrordrohungen von Islamisten erhalten, seit es Karikaturen des Propheten Mohammed und fanatischer Islamisten publiziert hat.

Damals wurde eine wilde antiwestliche Kampagne islamistischer Staaten im Handumdrehen ad acta gelegt – dirigiert vom Zauberstab aus der Lubjanka (Inoffizielle Bezeichnung des KGB/FSB-Hauptquartiers, A.d.Ü.) in Moskau, nachdem die Provokation des FSB mit der Veröffentlichung von Karikaturen und der Aufblähung der islamistischen Hysterie im Netz und in den Medien aufgedeckt werden konnte. Auch ich war damals persönlich an der Aufdeckung der Beteiligung des FSB an dieser Kampagne beteiligt.

Eine der Karikaturen des französischen Magazins widmet sich einem möglichen Terrorakt in Frankreich: „In Frankreich hat es immer noch kein Attentat gegeben“, worauf die Karikatur in Kampfanzug erwidert: „Abwarten! Wir haben noch bis Ende Januar, um zu gratulieren.“

Eine der Karikaturen des französischen Magazins widmet sich einem möglichen Terrorakt in Frankreich: „In Frankreich hat es immer noch kein Attentat gegeben“, worauf die Karikatur in Kampfanzug erwidert: „Abwarten! Wir haben noch bis Ende Januar, um zu gratulieren.“

Im Frühsommer 2014 habe ich gewarnt, dass der Krieg der Lubjanka gegen die EU und die USA, den die Lubjanka-Terroristen in der Ukraine begonnen haben, im Donbas und auf der Krim in Form eines „ukrainischen Sarajevo“ konserviert werden würde, er jedoch fortgeführt werden würde in Form von „Lubjanka-Diplomatie“ sowie der Destabilisierung Europas durch eine nationalfaschistische „braune Internationale“, Provokation von Aufständen, punktgenauen sorgfältig ausgewählten politischen Morden, Terrorakten und des Kriegs im Nahen Osten. Genau so ist es gekommen.

Während früher, zu Zeiten der Sowjetunion, als Terroristen des KGB in Westeuropa links-kommunistischen Radikale (nach Art der „Roten Brigaden“ oder des Terroristen „Carlos“) sowie Arafats Palästinenser aus der PLO auftraten, sind es heutzutage radikale Islamisten, die die terroristische Truppe der Lubjanka in Europa und im Nahen Osten stellen.

Das erklärte Ziel der Lubjanka ist es, die EU und die USA dazu zu zwingen, in einem „Krieg gegen den muselmanischen Terrorismus“ wieder mit den Tschekisten (gemeint sind Menschen aus dem Machtzirkel des russischen Geheimdienstes FSB, A.d.Ü.) zusammenzuarbeiten und, natürlich, die Mitglieder der Lubjanka-Junta von allen wirtschaftlichen und politischen Sanktionen zu befreien.

Deswegen ist man fast schon gezwungen, in der Organisation des Attentats auf das Magazin „Charlie Hebdo“ heute die Handschrift des FSB zu sehen. Ich persönlich habe daran gar keine Zweifel. Ich habe vor derartigen Aktionen der Tschekisten in Europa gewarnt und sie insbesondere in Frankreich geradezu erwartet.

Kurz, es war absehbar, wurde vorhergesagt, fast schon vorausberechnet. Ich erwartete einen Terrorakt zu Weihnachten erwartet. Die französischen Sicherheitsdienste sagen, dass sie einige Terrorakte verhindern konnten. Diesen konnten sie nicht verhindern, obwohl „Charlie Hebdo“ einen der ersten Plätze auf der Liste möglicher Ziele einnahm.

Der Autor Vladimir Bagrianski ist freiberuflicher Journalist, Publizist und Analytiker. Er wurde 1957 im nordrussischen Archangelsk geboren und lebt heute in der Pariser Vorstadt Poissy.

Quelle: voronz.in.ua, 08.01.2014, 09:06
Aus dem Russischen von Tobias Ernst – Fachtexte vom Profi

Eine der Karikaturen des französischen Magazins widmet sich einem möglichen Terrorakt in Frankreich: „In Frankreich hat es immer noch kein Attentat gegeben“, worauf die Karikatur in Kampfanzug erwidert: „Abwarten! Wir haben noch bis Ende Januar, um zu gratulieren.“

Die bewaffneten Männer, die die Redaktion des satirischen Wochenmagazins „Charlie Hebdo“ im Zentrum von Paris angriffen, riefen „Allah Akhbar“ und „Wir haben den Propheten gerächt“.

Dies belebt ein von Journalisten aufgenommenes Video. Den Augenzeugen gelang es, mit einem Mobiltelefon festzuhalten, wie die Terroristen das Gebäude der Redaktion verlassen und dabei um sich schießen. Auf dem Video sind zwei Männer in Schwarz zusehen, die in ein Auto steigen. Zu vor hatte der Le Parisien mitgeteilt, dass es drei Angreifer gab. Die Angreifer sind flüchtig. Derzeit sucht die Polizei nach Verdächtigen. In der Stadt wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Das Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ fand um 11:30 h am Morgen des 7. Januars statt. Die mit Maschinengewehren und Granatwerfern bewaffnete Männer richteten in der Redaktion eine Schießerei an. Nach den letzten Angaben sind infolge der Schüsse 11 Menschen gestorben, weitere vier befinden sich in Lebensgefahr. Unter den Verstrobenen sind zwei Polizisten und neun Mitarbeiter des Journals.

Was wir über die Opfer des Terrorakts wissen:

Stéphane Charbonnier, 48 Jahre

Hauptredakteur und Karikaturist von Charlie Hebdo, arbeitete seit mehr als 20 Jahren für das Magazin. Seit der Veröffentlichung einer Karikatur des Propheten Mohammed im Jahre 2011 befindet sich der Journalist unter ständiger Bewachung. Damals, im Jahre 2011, veröffentlichte das Magazin nach dem Wahlsieg der Islamisten in Tunesien eine Ausgabe mit einem „Gastredakteur“ – dem Propheten Mohammed (auf dem Titelbild war ebenfalls der Prophet abgebildet, und ihm waren die Worte in den Mund gelegt: „Hundert Peitschenhiebe jedem, der nicht vor Lachen stirbt“). Die Redaktion wurde mit Molotow-Cocktails beworfen und brannte vollständig aus. Doch eine Woche später erschien eine Aufgabe, auf deren Titelbild sich ein Muslim und ein Mitarbeiter des Magazins umarmen, das unterschrieben war mit: „Liebe ist stärker als Hass“.

Charbonnier erklärte damals, dass das Attentat auf die Zeitung von „dummen Leuten“ organisiert worden sei, die „nicht verstünden, was der Islam ist“. Im Jahre 2012 sagte er, dass er keine Angst vor Rache für seine Arbeit habe. „Ich habe keine Kinder, keine Frau, keine Schulden. Es mag schwülstig klingen, doch ich sterbe lieber stehend, als dass ich auf den Knien lebe.“ Im Jahr 2013 geriet Stéphane Charbonnier auf die „Schwarze Liste“ der Al Quaida. In der letzten Ausgabe des Magazins war eine Karikatur von Charbonnier veröffentlicht worden, in der es heißt: „In Frankreich hat es immer noch kein Attentat gegeben? Abwarten! Wir haben noch den ganzen Januar zum Gratulieren“.

Stéphane Charbonnier, Hauptredakteur von Charlie Hebt

Stéphane Charbonnier, Hauptredakteur von Charlie Hebdo, Opfer des Attentats vom 7.1.2015.

Jean Cabut, 77 Jahre, ein Klassiker der französischen Karikatur

Publizierte seit 1954. Einer der Gründer des Vorgängers von Charlie Hebdo – dem Journal Hara-Kiri, das wegen eines Witzes anlässlich des Todes des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle geschlossen wurde. Im Jahre 2006 zeichnete er ein Titelbild für Charlie Hebdo, auf welchem der Prophet Mohammed weint, das unterschrieben ist mit: „Man hat es schon schwer, wenn man von Idioten verehrt wird.“

Georges Wolinski, 80 Jahre

Karikaturist, arbeitete für zahlreiche französische Publikationen, darunter Le Monde, L’Humanité, Libération und Le Nouvel Observatuer. Geboren in Tunis, studierte Architektur in Paris, war in den 1960ern als Zeichner tätig. Während der Studentenunruhen des Jahres 1968 beteiligte er sich an der Gründung des satirischen Magazins L’Enragé. Er zeichnete Karikaturen für Hara-Kiri Charlie Hebdo über Politik und Sex. In den Memoiren seiner Ehefrau („Georges, wenn du nur wüsstest“) heißt es, dass ihn sein ganzes Leben lang „der Geist seines Vaters verfolgt habe, der starb, als Gerges noch ganz klein war“.

Bernard Maris, 68 Jahre

Bekannter französischer Ökonom, einer der Inhaber von Charlie Hebdo. Den Lesern besser bekannt als „Väterchen Bernard». Geboren in Südfrankreich, in Toulouse, dort erwarb er auch seinen Doktor in Wirtschaftswissenschaften.Autor des Buches „L’Enfant qui voulait être muet“ („Das Kind, das stumm sein wollte“). 1995 kürte ihn der Le Nouvel Économiste zum Ökonom des Jahren. Bis 2008 arbietete er als Herausgeber des Magazins, danach schreib er vereinzelte Texte. Seit 2011 arbeitete er im Vorstand der Banque de France.

Bernard Verlhac, 57 Jahre

Karikaturist, zeichnete seit 1980. Mitglied in der Assoziation Cartooning for Peace, auf deren Website häufig Arbeiten von ihm erschienen. Mitarbeit bei L’idiot international, La grosse Bertha und L’événement du jeudi.

Michel Reno, Alter unbekannt

Ehemaliger Journalist (arbeitete einst bei Le Figaro), ehemaliger Beamter der Stadtverwaltung von Clermont Ferrand, Präsident und Gründer des Festivals Les Rendez-Vous du Carnet de Voyage. Er war kein Mitarbeiter der Zeitung; am Tag des Angriffs war er in die Redaktion gekommen, um Jean Cabut zu besuchen. Zum Zeitpunkt des Attentats besprach er vermutlich mit Cabut dessen Teilnahme an dem Festival.

Ferner sind die Namen der ermordeten Polizisten bekannt: Franck Brinsolaro (49 Jahre) und Ahmed Merabet (42 Jahre). Die Namen der übrigen Opfer (vermutlich alles Mitarbeiter des Magazins) sind noch nicht bekannt.

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#FreeSavchenko. Retweet and repost.

Nadija

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U.S. Army Vet: Freedom in any country is not free. We have to care or no one will and all is lost. #FreeSavchenko

I posted this on my timeline to my friends and family in USA to show my support for all Ukrainians everywhere. I wish to share this with you now.

This is about UKRAINE. Please read to the end if you are proud to be American. I know all the posts I share about Ukraine usually go with a roll of the eyes or no notice at all. I share because of two reasons:

1. I have been to many cities in Ukraine and I have always had an incredible time. The people of Ukraine are kind, hard working and very friendly to all, even idiot tourists like me. They deserve freedom from corruption and political oppression in their government and in their lives. They see how we live in USA and most of Europe and pray that someday they, too, might enjoy the freedom to live their lives and take care of their families as we do.

2. We are incredibly fortunate to live in USA and enjoy our lives as we see fit. As a Republican I can have disagreements with my friends who are Democrats but at the end of the day our friendship prevails and we don’t want to kill each other! We had our own revolution 250 years ago. As American’s we have the responsibility to help and support every country and it’s citizens that wish to rise from dictatorships and terrorist regimes to be free people. That is why I share. I am a US Army veteran from the Viet Nam war and I can tell you personally that freedom is worth fighting for and every life lost in this battle is precious and heroic and not in vain! FREEDOM for any country is not free. It must be guarded with all of our might each and every day or people like Putin in Russia and Asahd in Syria and many others will murder us all so they can feel like they are important. I assure you they will wither and die as they are not important at all. (except in their own distorted mind) All I am asking is for those who read this to understand the true battle is disinterest and apathy. We have to care or no one will and all is lost. America is without a doubt the greatest country on earth and we will always lead the world in love and peace. God bless America!!! Pray for Ukraine. Let all people live in peace!

Source: Terry Robinson FB

Please help Ukraine free Ukrainian air force pilot and Member of Ukrainian Parliament Nadiya Savchenko from illegal imprisonment in a notorious Moscow psychiatric prison. She is on Day 27 of her hunger strike to protest her kidnapping and abduction to Russia and imprisonment as a POW. More information and what you can do to help here. 

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