Dmitry Tymchuk: Regarding the progress of the ATO–May 4, 2014

04.05.2014
Translated and edited by Voices of Ukraine

10173325_481968728598454_1124228004_nAccording to Information Resistance data, after a short period of activation of the anti-terrorist operation (ATO), from May 4 onward an unacceptable downturn in security forces activity begins to take place.

According to our information, the absence of operational command in the area of the ATO, the lack of cooperation between the participating units of law enforcement agencies, and the absence of military orders and goal setting for the use of energy and resources–once again becomes a huge problem.

For example, during the battle near Kostyantynivka on the night of May 3–4, a unit of [Ukrainian] security forces, which was assaulted by terrorists armed with machine guns and rocket launchers, couldn’t get reinforcements in armored vehicles for over 3 hours. As a result, seven special ops team members of the SBU were wounded.

On the evening of May 4, special forces left Kramatorsk instead of completing their operation for its release from terrorists, or at least blocking terrorist locations.

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In such circumstances, the ATO is once again turning into a farce. Which is particularly unacceptable in view of the predicted activation of pro-Russian terrorists on the eve of May 9, 2014.

Activation of the ATO on May 1 miraculously coincided with the arrival of the leaders of the Interior Ministry, Ministry of Defense, and the Presidential Administration into the zone of operations. Soon after, however, the operation began to slip again. Taking into account these “coincidences,” there are more questions for the leadership of the ATO, which for some reason is once again absent beyond the zone of operations.

P.S. On May 16, the ATO commander (a.k.a., the Head of the ATO) will turn 65, after which, according to Ukrainian legislation he can no longer be a public official. Maybe Ukrainian leadership should not wait for this happy moment and instead appoint a man who is able to spare more attention towards the management of operations as Head of the ATO? The clock is ticking.

Source: Dmitry Tymchuk FB

Photo source: Dmitry Tymchuk FB  

Video source: Dmitry Tymchuk FB

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Charis Haska: Mit der Verunsicherung leben

Charis Haska: Mit der Verunsicherung leben

Original: https://www.facebook.com/charis.haska/posts/643742065692488?stream_ref=10

Ich weiß, dass er für ein paar Tage in der Umgebung von Odessa war und frage nach seinen Eindrücken. „Ja, ich war da, doch erst nach den Ereignissen. Mit einem Freund bin ich mit dem Auto durch die Stadt gefahren. Die Innenstadt war menschenleer – für Odessa während der Maifeiertage eigentlich undenkbar. Trotzdem lag viel Müll herum, so, als hätten sich Unmengen von Touristen dort vergnügt. Selbst die Uliza Deribassowska [die Flaniermeile von Odessa, Fußgängerzone; Anm. Charis] war wie ausgestorben. Aber merkwürdig: Die Schaufenster einiger teurer Cafes waren mit metallenen Schutzschilden verrammelt. Hatte man sie etwa vorgewarnt?“

Eine Freundin wischt verstohlen ihre Tränen weg, als ich auf sie zu komme. Doch als sie beginnt zu reden, weint sie gleich weiter. Sie entschuldigt sich: Sie sei so nah am Wasser gebaut. „Wissen sie, warum ich weine?“ fragt sie. „Ich hab die Liste der Gefallenen vom Maidan nochmal durchgesehen. So viele gebildete Menschen! Künstler, Journalisten, Akademiker… Jetzt kommt es mir so vor, als ob die Scharfschützen sie gezielt ausgewählt haben, um die gebildete Schicht auszudünnen. Ich hab zu meiner Tochter gesagt: <Wende Dich an Deine Tante und lass Dir Kopien der alten Dokumente Deines Vaters geben. Dass er aus einer russischen Adelsfamilie stammte, die sich in der Ukraine mit vier Kindern in armseligen Hütten versteckt hielt, haben wir Dir aus Angst verschwiegen. Er wollte doch seinen akademischen Grad erreichen und seiner Begabung entsprechend arbeiten können. Nur dadurch, dass seine hübsche Schwester einen Schreiber geheiratet hat, konnten sie damals ihre Identität ändern und einen ukrainischen Namen annehmen. Ich möchte, dass Du zur Sicherheit mit diesen Dokumenten nachweisen kannst, dass Du eigentlich Russin bist.> Da schaut sie mich an: <Mama> sagt sie, <Mama, warum sagst Du so etwas? Wie kannst Du nur?>“
Sie, die doch immer stolz darauf war, Ukrainerin zu sein, entwirft solch einen Notfallplan. Wie tief muss die Angst vor der Bedrohung durch Russland sich schon eingegraben haben…

Ich komme in meiner orangenen Windjacke und mit meinem orangenen Halstuch zum Gottesdienst. Schon fast mit Verspätung. Unser Diakon sagt freundlich: „Herzlich Willkommen zurück in Kiew! Sie sehen sooo schön aus. Wie zur Orangenen Revolution.“ Es klingt melancholisch. Ja, wie hoffnungsvoll und optimistisch muss die Stimmung damals gewesen sein. Und wie viel frei gewordene Energie zu tragfähigen Veränderungen jetzt doch blockiert wird durch die perfide Bedrohung, die künstlich gestreut wird. Bei der Lesung aus dem Johannesevangelium im 10. Kapitel (11Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. 12Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, 13denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. 14Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, 15wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.) assoziiere ich sofort gekaufte Kräfte, die nur ihr eigenes Wohl im Blick haben, die Schutzlosen im Stich lassen und notfalls auch überlaufen zu dem, der mächtiger ist und besser bezahlen kann. Wie gerne möchte ich erleben, dass der Gute Hirte die Ukrainer noch spürbarer schützt!

Ich überbringe am Ende des Gottesdienstes die Grüße von unseren Münchner und Tutzinger Partnern. Etliche Leute kommen nachher zu mir und bedanken sich überschwänglich dafür.

Ein älterer Herr kommt ganz aufgelöst auf mich zu und fragt besorgt: „Charis, was ist Ihnen passiert? Warum sind Sie ohne Brille?“ Ich kann ihn beruhigen: Ich trage jetzt Kontaktlinsen und kann viel schärfer sehen. „Aber traumatisieren die Linsen nicht Ihre Augen?“ Ich sage ihm, dass er sich mit mir freuen darf und die Linsen nicht schädlich sind. Ich höre regelrecht den Stein aufprallen, der ihm vom Herzen fällt.

Zwei ältere Damen aus dem Weltgebetstagskreis bleiben noch lang nach dem Gottesdienst in der ersten Reihe sitzen und tauschen sich darüber aus, wie ihnen das Zusammensein in der Gemeinde über all die Jahre hin Kraft gegeben hat. „Wir kommen in die Kirche wie in unser Zuhause.“ Darüber sind sie sich einig. Als ich der einen von ihnen einen Brief aus Deutschland überreiche, bricht sie in Tränen aus: „Oh, meine lieben Freunde… Ich wollte ihnen so gerne schreiben und habe über all meiner Arbeit keine freie Minute dazu gefunden. Ich werde jetzt jeden Tag morgens und abends ihren Namen im Gebet vor Gott nennen…“ sagt sie bewegt.

Am Nachmittag mache ich mit einer Freundin einen Sonntagsspaziergang. Wir begegnen verschiedenen Patrouilien, uniformierten und zivilen. Gemeinsam mit einer weiteren Freundin besuchen wir das Konzert im Schokoladenhaus. Die Veranstalterin lässt uns am Ende ihrer Einführungsrede zu einer Schweigeminute anlässlich der neuen tragischen Ereignisse im Land aufstehen.

Die Pianistin Natalja Malzewa erweist sich als ein wahres Kompendium langer, technisch schwerer Werke deutschsprachiger Komponisten. Sie ist eine kleine, zarte Person mittleren Alters, bescheiden in eine cremeweiße Bluse gekleidet, die sich kaum von der cremefarbenen Stuckatur des Saales abhebt. Ihr Kopf ist bescheiden und ohne Gehabe beinahe unbewegt über die Tasten geneigt, während sie in atemberaubender Geschwindigkeit Bach, dann eine Mozartsonate, zwei Sonaten von Beethoven und dann noch einiges von Schumann spielt. Selbstverständlich alles auswendig. Zwischendurch hat sie mit knappen Worten die Stücke angesagt. Den donnernden Schlussapplaus bricht sie ab mit einer innigen, warmen Rede: Sie wünsche sich so sehr, dass die slawischen Völker von neuem eine gemeinsame Sprache finden. Musik und Kunst vermitteln so viel Liebe und sie hofft, mit dem heutigen Konzert etwas zu einer positiven Entwicklung beigetragen zu haben.

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Angriff auf eine Journalistin des “Fünften Kanals”

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Die Journalistin des ukrainischen TV-Senders „Kanal 5“ Natalka Tarasovska wurde in Odessa von einer Russland-Sympathisantin während der LIVE-Schalte angegriffen. Die Reporterin und der Kameramann sind wohlauf. Viele ukrainische BloggerInnen und Facebook-NutzerInnen teilten dieses Video und fragen in ihren Beiträgen, ob die Zuneigung zu Russland immer auf so eine brutale Weise zur Schau gestellt werden muss.

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Wie die russische Propaganda Facebook nutzt – Igor Rosowskij, der sogenannte Arzt aus Odessa

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(aus dem Ukrainska Pravda Blog von Maksym Sawanewskyj, 4. Mai 2014)

Die ukrainischen Behörden ignorieren das Internet als eine der wichtigsten Waffen des Krieges. Leider, denn Russland, das jetzt seit drei Monaten einen offenen Krieg gegen die Ukraine führt, ist in diesem Feld professionell tätig. Es investiert beträchtliche Mittel, um seine Propaganda in den sozialen Netzwerken zu verbreiten.

Das jüngste Beispiel ist die heutige Verbreitung eines Pseudo-Augenzeugenberichts eines angeblichen Arztes aus Odessa, einem gewissen Igor Rosowskij , der berichtet, er sei bei dem Versuch, Opfern aus dem Gewerkschaftshaus in Odessa zu helfen, von Militanten behindert worden, das Leben eines verwundeten Opfers zu retten, und angeblich sagte man ihm, dass er und andere Juden von Odessa bald das gleiche Schicksal teilen würden.

“In meiner eigenen Stadt geschah etwas, das noch nicht einmal während der Nazi-Besatzung geschehen ist,” der Pseudo-Arzt abschließend.

In nur 15 Stunden wurde sein Beitrag mehr als 2000 mal geteilt, und…

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Boris Nemzow: Wer wird für das Blutbad in Odessa verantwortlich gemacht? Natürlich Obama, wer sonst?

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Der bekannte russische Politiker und Putin-Kritiker Boris Nemzow kommentiert:

Wer wird für das Blutbad in Odessa verantwortlich gemacht? Natürlich Obama, wer sonst?

Ein solches Ausmass des Hasses, der jetzt in Moskau die ganze Bevölkerung erfasst hat, habe ich schon lange nicht erlebt. Weder zu Zeiten des August-Putsches, noch 1993 nach dem Jeltzin-Verordnung 1400. Die Aggressionen und die bestialische Wut werden aktiv aus dem Zombi-Fernsehen angefeuert, wobei die Schlüsseldefinitionen persönlich vom Hass-besessenen Kreml-Machthaber kommen. “National-Verräter, “fünfte Kolonne”, “faschistische Junta”, “Vergeltungsaktionen der Bandera-Anhänger” – all das stammt aus dem Kabinett des Präsidenten. Die niedrigsten Instinkte werden durch die jetzige Regierung angespornt und kultiviert. Menschen werden gegen die Menschen gehetzt, um ein Blutbad zu provozieren. In Donezk und Odessa, Kramatorsk und Slawjansk ist dieses Albtraum-Szenario bereits die Realität.

Hört doch auf zu schreien, Putin hätte damit nichts zu tun. Oder habt ihr wenigstens ein Mal von ihm gehört, dass die administrativen Gebäuden in Ost-Ukraine…

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