Nadja Tolokonnikowa: Putin hat Angst vor einer echten Opposition – wie er Angst vor Pussy Riot hatte

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Kommentar von Nadja Tolokonnikowa, erschienen in The Guardian am 18. Juni 2014 (Übersetzung)

10390076_711106865613981_4914712596510624996_aEr hat gerade die Krim erobert. Er hat sich selbst zum Einiger proklamiert. Aber Wladimir Putins Einmischung in die Wahlen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass seine Macht nicht so bedingungslos ist, wie er gerne glauben macht

Nachdem wir aus dem Gefängnis freigelassen wurden, haben Mascha Aljochina und ich ernsthaft darüber diskutiert, ob wir uns in der institutionellen Politik versuchen sollten, und dachten nach über eine Kandidatur bei den Wahlen für die Moskauer Stadtduma nach (die am 14. September sein werden). Aber nachdem wir ein “schweres Verbrechen” begangen haben, dürfen wir nach russischem Recht 10 Jahre nicht bei einer Wahl kandidieren.

Ende letzten Monats kündigten Nikolaj Ljaskin und Konstantin Jankauskas ihre Kandidatur für die Moskauer Stadtduma an. Sie gehören zu den stärksten Oppositionskandidaten, und ich kenne sie seit Jahren. Sie wissen, wie man sich in einem guten Kampf stellt.

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Hilfe für die Inlandsflüchtlinge

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von Jewhen Sacharow (Yevhen Zakharov), Charkiwer Menschenrechtsgruppe
19.4.2014; Übersetzung aus dem Englischen

Als Folge der Besetzung der Krim kamen von März bis Mai mehr als 10.000 Krimtataren in die Festland-Ukraine, und die Zahl dieser Zwangsvertriebenen steigt. Letzte Woche (8.-15. Juni) kamen Zehntausende von Menschen aus dem Donbass nach Charkiw, Dnipropetrowsk, Odessa, Cherson und in andere regionale Zentren im Osten des Landes, nachdem sie ihre Häuser in den Zonen der Militäreinsätzen aus Angst um ihr Leben fluchtartig hatten verlassen müssen.

Diese Kategorie von Menschen werden im internationalen Recht als “Inlandsflüchtlinge” [IDP – internally displaced people] bezeichnet. Die Probleme, für die Inlandsflüchtlinge Unterkunft, soziale, medizinische und andere Hilfeleistungen bereitzustellen, werden derzeit sowohl von zivilgesellschaftlichen Organisationen und informellen Gruppen der Öffentlichkeit, als auch von Städten und lokalen Selbstverwaltungen gelöst. Es gibt unterschiedliche Ebenen der Koordination für diese Hilfe, nach den bisherigen Erfahrungen ist es jedoch möglich, die wichtigsten Bedürfnisse der Inlandsflüchtlinge zu formulieren…

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Schriftstellerin Sofi Oksanen: Wissen ist eine billige und allgemein verwendbare Waffe

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Rede der finnisch-estnischen Schriftstellerin Sofi Oksanen bei der Internationalen Konferenz zum Thema “The Legacy of Totalitarismus Today” am 12. Juni 2014 in Prag

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Im Folgenden ist der Wortlaut der Rede von Sofi Oksanen bei der Internationalen Konferenz zum Thema “The Legacy of Totalitarismus Today” (Das Erbe des Totalitarismus heute) im Parlament der Tschechischen Republik am 12. Juni 2014: Ursprünglich von “The European Platform for European Memory and Conscience” (Europäische Plattform für die europäische Erinnerung und Bewusstsein) veröffentlicht.
Übersetzung durch EuromaidanPR; der englischer Originaltext ist auf “upnorth.eu” erschienen.

“Im Laufe dieses Frühjahrs haben die westlichen Medien mir ständig die gleichen Fragen gestellt, von Land zu Land und von Interview zu Interview:

  • Was will Putin?
  • Welches ist das nächste Land, das angegriffen wird? Wer ist der nächste?

VOA-Crimea-Simferopol-airport Russische Soldaten ohne Kennzeichnung auf der Krim am 28.2.2014. Quelle: VOA/Wikipedia

Diese beiden Fragen enthalten schon die Vermutung, dass Russland die Krim nie an…

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Kinder- und Jugendzentrum in Donezk von Militanten der “Donezker Volksrepublik” besetzt

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Quelle: Charkiwer Menschenrechtsgruppe; Übersetzung
19.6.2014

1403210669Die Regionalverwaltung Donezk berichtet, dass das Donezker Regionale Kinder-und Jugendzentrum in der Stadt Donezk beschlagnahmt wurde, nachdem es sich geweigert hatte, die Kontrolle durch vom Kreml unterstützte Kämpfer der selbsternannten “Donezker Volksrepublik” zu akzeptieren.

Nach Abgaben der Sprecherin Lilia Solkina kamen am Mittwoch und Donnerstag Menschen zum Zentrum, das ein nicht-schulisches Bildungszentrum ist. Sie forderten, dass das Zentrum sich der Donezker Volksrepublik unterstellen solle, und behaupteten, Geld für seinen Unterhalt zu haben. Sie nahmen Finanzdokumente weg, wechselten die Schlösser aus und versiegelten das Gebäude.

Das Personal, sagt sie, war nur in der Lage, persönliche Gegenstände mitzunehmen, es konnte jedoch keine Geräte und andere Einrichtungsgegenstände des Zentrums retten.

Die Militanten gewarnt, sie kämen in ein paar Tagen zurück, und wenn der Direktor sich weigert, sich ihnen zu unterstellen, werd die Leitung des Zentrums geändert werden.

Solkina sagt, das Zentrum setze trotzdem seine Arbeit fort, und…

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Arkadij Babtschenko: Krieg durch Hetze

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Die folgende Übersetzung ist ursprünglich erschienen im Blog von Boris Reitschuster

Autor: Arkadij Babtschenko, bekannter russischer Journalist und einer der Mitbegründer der neuen Journalisten-Gewerkschaft gegen Propaganda

„Wenn Russland in die Ukraine nicht solche Flüsse von Lüge und Hass liefern würde, hätte dort im Osten nie ein Krieg begonnen. Kämpfer und Waffen – die sind natürlich ein sehr wichtiger Import-Posten – aber trotzdem – sie sind nur zweitrangig.
Das Wichtigste ist die Goebbels´sche Propaganda.

(Der Separatisten-Führer) Strelkow mit seinen Dämonen konnten nur auftauchen und die Verwaltungsgebäude besetzen, weil das Fernsehen die Leute mit dem „Rechten Sektor“ aufgehetzt hatte – der, so hieß es, werde jetzt nach dem Majdan mit Sicherheit kommen und alle Russen aufschlitzen. Ohne das wären die „grünen Männer“ (wie die Separatisten genannt werden) nicht möglich.

Ohne dieses Aufhetzen – hätten die Menschen in Donezk etwas unternommen? Hätten sie selbst Sabotage-Gruppen gegründet, mit Maschinenpistolen in der Hand Verwaltungsgebäude besetzt, Polizei- und Militärgebäude zerstört, dort Waffen erobert und mit denen in der Hand Grenzposten und Flughäfen gestürmt?

Die Antwort ist m.E. offensichtlich: Nein.

Flughäfen und Grenzposten passen auch gar nicht in diese Logik – die Logik der Verteidigung vom „Rechten Sektor“. Das ist völlig übertrieben. Das ist absolut offensichtlich.

Ja, Unmut und Angst vor dem Westen gab es im Osten wirklich. Und sogar recht massiv. Aber mit Flaggen „Russland, Russland“ zu schreiben – das ist das eine. Granatwerfer in die Hand zu nehmen, Panzerwagen anzuzünden und selbst zu sterben – das etwas ganz anderes.

Diesen Krieg hat nur und ausschließlich die Goebbels´sche Propaganda entfacht. Nichts anderes.

Weiterlesen auf der Seite von Boris Reitschuster (noch 200 Worte)

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