Charis Haska: Panikmache?

Charis Haska: Panikmache?

Quelle: https://www.facebook.com/charis.haska/posts/634250106641684?stream_ref=10, https://www.facebook.com/photo.php?fbid=634382756628419&set=a.225757664157599.53298.100001701013788&type=1&stream_ref=10, https://www.facebook.com/photo.php?fbid=634383563295005&set=a.225757664157599.53298.100001701013788&type=1&stream_ref=10

Am Schwarzen Brett neben unserem Aufgang hängt jetzt kopierfrisch eine zweiseitige, eng beschriebene Information für den Ernstfall, insbesondre für einen Krieg. Ich entziffere mit meinem mangelhaften Amtsukrainisch und der weder in der Nähe noch in der Ferne stimmenden Brille Begriffe wie Sirenenklang und “für den Fall, dass jemand im Haus ist”.

Auf dem Hundespaziergang stelle ich fest, dass unser Hof auf dieser Strecke der erste und einzige ist, der mit diesen Verhaltensregeln gesegnet wurde. Vielleicht hat das Kopierpapier nicht gereicht. Vielleicht auch der Kleber.

In der Kruglouniversitetska stehen die Birke und die Weide einhellig in berührendes zartes Grün gehüllt. In der Luteranska blühen die Kirschbäume. Wieder zurück versuche ich, das Schriftstück mit meinem Mobiltelefon zu fotografieren. Das kleine Biest weigert sich auch beim zweiten Mal standhaft, dieses zu speichern.

Es lebe die moderne Kommunikationstechnik!

Die weniger moderne Kommunikaionstechnik (Aushang) verkündet, dass bei Ausnahmesituationen technischer, natürlicher und KriegsNatur unverzüglich das Radio oder Fernsehen einzuschalten ist, um Verhaltensanweisungen entgegen zu nehmen…

Wenn man also durch Sirene und Medien auf den neuesten Stand gebracht ist, packe man seine Dokumente, Schutz gegen Gas und Kälte, drehe in der Wohnung Gas und Strom ab, schließe die Fenster, verschließe die Wohnung, überprüfe, ob mit den Wohnungen der Nachbarn alles OK ist und begebe sich unverzüglich zum Luftschutzbunker.

In unserem Fall der U- Bahnhof Kreschtschatik. Praktisch. Der hat eine unterirdische Verbindung zum Maidan. Na, mal sehen, wen wir dann im Ernstfall dort wiedertreffen!


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Mychailo Wynnyckyj: The following was circulated today by Eastwest Skytalets – I fully agree

Mychailo Wynnyckyj: The following was circulated today by Eastwest Skytalets – I fully agree

Source: https://www.facebook.com/mychailo.wynnyckyj/posts/739337976117555

The following was circulated today by Eastwest Skytalets – I fully agree. Very insightful.

Yesterday evening I was watching Shuster LIVE–it’s become a daily habit. Serhii Sobolev (Bat’kivshchyna) explained what is going on in Donetsk in a way that I never thought about (at least not systemically).

The mayors in all those small towns like Slaviansk are people from the Party of Regions, they are making deals with the “terrorists” to come in to their towns and occupy administrative buildings. Think about it–the mayors are leading the attacks against their own buildings.

Who does that? That was the moment the light-bulb went on in my brain. Yes, Russian spets-naz are involved but the other layer is the huge network of criminal corruption trying to save itself or at least gain leverage. That’s why it is important not to see this just as “Russian vs. Ukrainian”–that is only one dimension and doesn’t capture the complexity of what is going on. One way to look at this is that this is the extension of the Maidan to the East. It’s the great front in the battle against criminal corruption. This moment was inevitable. As we now know, Yanukovych’s son has for years been supplementing the low pay of the security services and militia in Donetsk with envelopes of cash. They essentially privatized the security services. But that doesn’t make them reliable in the heat of battle. It’s also why the solution is not as easy and straightforward as it may seem–it’s not a simple military operation.

People are going to have to liberate themselves. And that’s not a bad thing. In Kramatorsk last night, the green men occupied the militia, got drunk, got bored and left. How do you think people in Slaviansk are feeling today? The mayor fled. The local city administration workers were forced to gather and were instructed that “they are now working for them”. What great joy have the armed men brought to their lives? And who can the armed men trust in Slaviansk? This is the problem with occupation. Pretty soon every resident of Slaviansk will start looking like a ‘Banderite”.

The Russian spets-naz are the most lethal and dangerous–but they don’t want to be captured and will try to elude direct confrontation at all costs. The green men, the Crimean blow-hards (sorry for the vulgarity) aren’t nearly as formidable and the local criminal thugs for hire are in it for the money. It’s not a winning formula, especially if the locals begin to fight back, as they seem to be doing. What happened in Zaporizhzhia was instructive, the “pro-Russian” protesters turned out to be mostly members of a local criminal gang, paid to stir up trouble. People came out by the thousands to surround them. It’s no secret that people are organizing and arming themselves in the East in pro-Ukrainian partisan groups.

The battle line is less “Russian” vs. “Ukrainian”–it’s criminal corruption vs. hope for law and order. That is the narrative that should find the greatest resonance. To complicate things further–I think the real target is Dnipropetrovsk. The third layer in all of this is the longstanding war between the Donetskie and the Dnipropetrovskie. But the difference there is that Dnipropetrovsk actually makes money and their guys are less afraid of the EU, as opposed to Donetsk.

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Detlev Preusse: Wenn die Freiheit unserer Nachbarn erneut bedroht wird, dann wird unsere Freiheit bedroht

Detlev Preusse: Wenn die Freiheit unserer Nachbarn erneut bedroht wird, dann wird unsere Freiheit bedroht

Quelle: https://www.facebook.com/detlev.preusse/posts/1429214673993995?stream_ref=10

Beim Lesen des Artikels von Svetlana Alexijewitsch fühlte ich den Drang von Tränen. Ich weiß nicht, ob der Anlaß für diesen Gefühlsausbruch Trauer, Furcht oder Zorn war, oder eine Mischung dieser Reaktionen.

Trauer über die von Frau Alexijewitsch beschriebene Wandlung bzw. Offenbarung von Teilen der russischen Gesellschaft, Trauer über das Schicksal meiner Freunde in der Ukraine, denen man die Möglichkeit rauben will, künftig in einem zivilisierten, da demokratischen Land in Freiheit und Frieden zu leben, Furcht vor der weiteren Entwicklung in Mittel- und Osteuropa, einer Region, die mir, die uns so nahe ist, Furcht vor dem erneuten Sieg der Lüge und der staatlichen Gewalt die Lüge durchzusetzen, die die Menschen- und Bürgerrechtsbewegungen, die zivilgesellschaftlichen Gruppen und Massenbewegungen für Demokratie in Mittel- und in Teilen Osteuropas und die die Unabhängigkeitsbewegungen in den europäischen Sowjetrepubliken Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre überwunden, besiegt hatten, Furcht vor der Ausweitung des von Putin in der Ukraine begonnenen Krieges, oder eher der Zorn über diese brutale Politik, die die europäische Friedensordnung droht in Stücke zu reißen, Zorn über die Reaktion von deutschen Politikern und Kommentatoren, denen der Respekt vor den Menschen in der Ukraine fehlt, der Respekt vor dem Internationalen Recht, der Respekt vor und die Liebe zu den Werten, die unser Gemeinwesen zusammenhalten und unsere Bürgerrechte garantieren, Zorn über den erneuten Verrat von Intellektuellen, die nicht für die Freiheit von Ukrainern eintreten, zu dumm sind, um zu verstehen, dass in Moskau eine Clique um Putin eine verbrecherische Politik betreibt, eine Politik, die schwerwiegende Folgen nicht nur für Mittel- und Osteuropa, damit auch für unsere Partner und Freunde in der EU und in der NATO haben kann, sondern auch schwerwiegende Folgen für uns.

Wenn die Freiheit unserer Nachbarn, die Freiheit der Polen, der Esten, Letten und Litauer, erneut bedroht wird, dann wird unsere Freiheit bedroht. Wer nicht erkennt, dass Deutschland für diese Staaten eine Mitverantwortung trägt, auch für die Ukraine und Moldawien, bewegt sich im Dunstkreis derjenigen, die den „Hitler-Stalin-Pakt“ und das „Geheime Zusatzprotokoll“ für einen Akt staatlicher Interessenpolitik bei der „Neuordnung“ Europas halten. … Hier möchte ich nicht weiter schreiben, es öffnen sich Abgründe vor meinen Augen.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/svetlana-alexijewitsch-ueber-putins-russland-12895308.html

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Charis Haska: Territorium

Charis Haska: Territorium

Quelle: https://www.facebook.com/charis.haska/posts/634197406646954

Jetzt ist der hässliche Bauzaun der Bauruine vor unserem Haus demontiert. Nur noch ein niedriges Betonmäuerchen erinnert daran, dass dieses protzige Haus, das bis heute weder an Wasser, Strom, Gas noch an die Fernheizung angeschlossen ist, bis vor Kurzem noch Tag und Nacht von einer Wachschutzgesellschaft strengstens bewacht wurde. Am Sonntag habe ich nach unserem Spaziergang mit Annegret einen Schlenker auf das Gelände gemacht und von dort aus die andre Baustelle betrachtet, die uns seit Jahren Kummer macht und nach wie vor unser Haus erschüttert. Während vor unseren Fenstern immer tiefer gegraben wird, ist da tatsächlich ein Gebäude am Wachsen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, plötzlich ungehindert ein Territorium zu betreten, das einem immer verwehrt war.

Gestern früh habe ich dann an der Außentür einen kleinen Aufkleber mit folgendem Text (Großschreibung wie im russischen Original) in Augenhöhe gefunden: „TEUER und MAXIMAL schnell verkaufe ich Ihre Wohnung“, ohne Namen, nur mit Telefonnummer. Damals, als der Ärger mit der illegalen Baustelle begonnen hatte, hatten wir Eigentümer gemeinsam versucht, Druck auf den Initiator der Baustelle zu machen, indem wir ihm androhten, vor Gericht zu gehen und das Fernsehen einzubeziehen, wenn er uns nicht adäquate Ersatzwohnungen beschafft. Angebote hatte er damals nur auserwählten Hausbewohnern gemacht (d.h. uns Ausländern und dem Ehepaar, dessen Fenster völlig mit Bauzäunen verschlossen wurden). Das auch nur durch einen Strohmann. Die Angebote waren nicht akzeptabel. Als Ralf anhand von Wohnungspreisen in der Luteranska Forderungen stellte, bekam er zur Antwort: „Was haben Sie denn? Ihr Haus ist das billigste in der Luteranska.“ Nun also bietet ein unbekannter und unseriöser Makler seine erlesenen Dienste an. Wie verlockend.

Ich traf einen der Nachbarn im Hof, ins Gespräch vertieft mit dem netten Bauarbeiter aus der Westukraine. Den Aufkleber kommentierte er so: „Es hat schon einige solcher gegeben. Die schieben uns offensichtlich diejenigen unter, die für diese Baustelle verantwortlich sind.“

Der Westukrainer erkundigte sich sehr nach der Schule, die an unseren Hof angrenzt. Ob das eine ukrainische Schule sei? Ja, sagte mein Nachbar. Er sei da selbst auch zur Schule gegangen. Sie sei immer ukrainisch gewesen. Der Westukrainer erzählte, er traue seinen Augen kaum, welche Leute da ihre Kinder zur Schule bringen. Er zählte verschiedene Namen von Deputaten auf, die er während seiner Arbeit da beobachtet hatte. „Und in was für Autos sie hier vorfahren! Unglaublich, diese Schlitten!“ Er legte mir nahe, besser Ukrainisch zu lernen. Russisch zu sprechen, das sei jetzt nicht mehr angemessen. Ich kramte all meine ukrainischen Brocken hervor und versuchte sie nach Kräften anzuwenden. Er plauderte er mit mir weiter und behielt die ganze Zeit seinen heiteren, freundlichen Ton bei.

Am Abend gab es dann eine erneute Großversammlung am Maidan mit anschließendem Marsch zur Werchowna Rada. Mit großem Unbehagen verfolgten wir das im Internet.

Einem meiner Freunde gegenüber äußerte ich heute Morgen meine Befürchtungen diesbezüglich: „Was wollten die Aktivisten bloß da? Wenn sie gegen die Übergangsregierung vorgehen, verspielen sie sich dann nicht Vertrauen und Hilfe des Westens?“ –

„Sie wollen, dass die Regierung an der Ostukraine nicht den gleichen Verrat begeht, wie an der Krim. Was haben sie denn gemacht? Nur geredet. Mit dem Erfolg, dass wir die Krim verloren haben. Ja, und der Westen, was hilft der schon? Haben die denn nicht gemerkt, dass Putin die Sanktionen egal sind? Aber bitte, ich kann Euch verstehen: Ihr bekommt Euer Gas aus Russland, also schweigt und bekommt weiter Gas!

“Kennen Sie die Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg? Wissen Sie, wie viele Leute die Russen nach Sibirien verschleppt haben? Und wie wenige von ihnen zurückgekommen sind, während die anderen Siegermächte ihre Kriegsgefangenen nach ein bis zwei Jahren frei gelassen haben? Ganz genauso werden sie es in der Ostukraine mit allen machen, die ihnen nicht passen. Mit denen, die am Maidan aktiv waren. Ich bin aus der Ostukraine und habe mich am Maidan beteiligt. Ich will nicht nach Sibirien. Hilfe aus dem Westen? Man könnte auch anders helfen, zum Beispiel könnte man uns ausrüsten, dass wir uns verteidigen können. –

“Wieso unsere Regierung nichts macht? Sie sagen, es haben sich zu wenig Freiwillige zur Armee gemeldet. Warum nehmen sie dann nicht die Leute vom Maidan, die darauf warten, etwa für ihr Land zu tun? Vor lauter Warten fangen die das Saufen an. – Ja, natürlich könnte man sagen: <Russland ist ja in sich selber instabil und wird sowieso demnächst zerfallen.> Das mag ja auch stimmen. Aber das russische Volk ist leider so, es fängt erst an zu denken, wenn ihnen die Leichen nach Hause getragen werden.

“Haben wir Ukrainer etwa die Russen überfallen? Haben wir uns heimlich auf ihr Territorium geschlichen, um dort Unruhe zu stiften? Haben wir hier irgendjemand bedroht, weil er Russisch spricht? Drei meiner Geschwister leben in Russland. Sie sind so oft zu Besuch gewesen, nie hat ihnen jemand was angegetan, weil sie aus Russland kamen.“

Ich denke nach. Kann ich es mir noch leisten Pazifistin zu sein? In Friedenszeiten ist das so leicht…

„Heute werden sie wieder zur Werchowna Rada ziehen.“ fährt er fort. „Sie wollen die Deputaten zur Rede stellen. Irgendetwas Ungutes wird demnächst passieren. Ich spüre das. Hier spüre ich das” Er fasst sich ans Herz. “Ob die Wahlen überhaupt stattfinden werden können? “

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Ralf Haska: Werchowna Rada 15.04.2014 (Photo)

Ralf Haska: Werchowna Rada 15.04.2014

Quelle: https://www.facebook.com/ralf.haska/media_set?set=a.690614847646927.1073741851.100000952546423&type=1

Proteste vor der Werchowna Rada

Viele Menschen sind aus Odessa angereist und rufen:Odessa ist Ukraine. Sie fordern, dass sich in Odessa ein solches Szenario wie in Donetsk und Charkiw nicht wiederholt.

Sie blockieren die Eingänge und lassen die Delegierten nur durch Korridore in die WR.

Vom Interimspräsidenten und Innenminsiter fordern einige den Rücktritt. Sie machen sie mit ihrer unentschlossenen Politik verantwortlich für die Situation im Osten des Landes.

Einer der Protestierenden (jemand von den Samooborona?) fordert, dass der neu ernannte Chef des SBU (Inlandsgeheimdienst) und Verantwortliche für die Gegenaktion der Regierung im Osten, alle hier Protestierenden in den Dienst stellt und sie zum Kampf in den Osten schickt.

Soweit die Fakten, die ich eben gerade vor der WR gesehen und gehört habe.

Uniform der neuen Nationalgarde:

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