Peter Koller: Der Westen sollte aufhören, sich der Illusion hinzugeben, dass es sich bei der derzeitigen russischen Führungsspitze um zivilisierte Menschen handelt, mit denen man reden und Kompromisse schließen kann

Peter Koller: Der Westen sollte aufhören, sich der Illusion hinzugeben, dass es sich bei der derzeitigen russischen Führungsspitze um zivilisierte Menschen handelt, mit denen man reden und Kompromisse schließen kann

Quelle: https://www.facebook.com/peter.koller.735/posts/761822437162283?stream_ref=10

(Ein aktueller Beitrag im Forum von Spiegel Online)

Der Westen sollte aufhören, sich der Illusion hinzugeben, dass es sich bei der derzeitigen russischen Führungsspitze um zivilisierte Menschen handelt, mit denen man reden und Kompromisse schließen kann. Diese Herren verstehen leider nur die Sprache von Macht und Härte.

Was auf den Tisch muss sind knallharte, kompromisslose Forderungen:
Sofortige Rücknahme des Annexionsbeschlusses, Abzug aller russischer Soldaten bis auf die vertraglich vereinbarte Truppenobergrenze, Absetzung von Aksionov und Konstantinov, Rückgabe des geraubten staatlichen Eigentums, zuzüglich einer saftigen Entschädigung an die Ukraine, OSZE-Mission auf der Krim und eine neue Regionalregierung unter internationaler Kontrolle.

Die Alternative hierzu kann nur lauten: sofortige Aufnahme der Ukraine in die Nato. Denn genau das fürchten die Russen wie der Teufel das Weihwasser. Der Westen hält also sehr wohl einige Trümpfe in der Hand. Er muss sich nur trauen, diese auch auszuspielen.

Generell spricht nichts gegen die Durchführung eines neuen Referendums auf der Krim, aber dies hat unter internationaler Beobachtung und unter Einhaltung demokratischer Spielregeln zu erfolgen. Zustimmungsraten von 123 %, wie kürzlich in Sevastopol sollten dabei möglichst unterbleiben (so etwas trägt in erheblichem Maße zur Glaubwürdigkeit eines Wahlergebnisses bei).

Ich bin überzeugt, dass die derzeitige ukrainische Regierung – im Februar 2014 durch das 2012 gewählte Parlament demokratisch ernannt – und der zu erwartende künftige Präsident Poroschenko besonnen genug sind, um der Krim eine erweiterte Autonomie zu gewähren und die Rechte der russischsprachigen Bevölkerungsmehrheit auch weiterhin zu respektieren.

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1 Response to Peter Koller: Der Westen sollte aufhören, sich der Illusion hinzugeben, dass es sich bei der derzeitigen russischen Führungsspitze um zivilisierte Menschen handelt, mit denen man reden und Kompromisse schließen kann

  1. justice says:

    Nach meiner Meinung, handelt es sich bei der russischen Führungsspitze durchaus um zivilisierte Menschen, mit denen man reden und konstruktiv verhandeln kann. Die derzeitige Problematik um die Ukraine und Russland sowie deren Verhältnis miteinander, besteht aus einer Vielzahlt von Aspekten, die es erst einmal zu benennen gilt, bevor Forderungen aufgestellt werden können. Nichts spricht dagegen, wenn Russland die staatliche Souveränität der Ukraine bedingungslos akzeptiert und die Ukraine ausdrücklich auf eine Mitgliedschaft in der NATO verzichtet. Die Krim gehört zwar zur Ukraine, doch mit dem Bau einer gemeinsamen Brücke zum russischen Festland, wäre beiden Seiten gedient. Der Schaden durch die völkerrechtswidrige Übernahme der Halbinsel ist schon jetzt kaum bezifferbar, und das verursachte menschliche Leid dürfte ohnehin enorme negative gesellschaftliche Auswirkungen mit sich bringen. Was ich vermisse, ist ein offener Dialog zwischen den Führungsspitzen beider Länder, der es ermöglicht, nicht nur Verständnis für einander zu entwickeln sondern auch freundschaflichen Austausch zum Wohl des ukrainischen und des russischen Volkes zu pflegen. Das Leben ist viel zu kurz, als dass man sich mit unnötigen Problemen gegenseitig auf die Nerven gehen muss.

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