Daniel M. Porcedda: Unüberlegte Statements kontraproduktiv – Extremismuskritik Vorwand für mangelndes Engagement seitens EU

Wie die englischsprachige Zeitung Kyiv Post meldet, äußerte sich der EU-Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik Štefan Füle dahingehend, dass sich die Demonstranten des Euromaidan und die Oppositionsführer gegen radikale Elemente abgrenzen müssen. (Quelle: Fuele: Opposition, Euromaidan must dissociate themselves from radical elements)

Der in Kiew ansässige Unternehmensberater und Ukrainekenner Daniel M. Porcedda kommentiert (Quelle: Facebook-Stream von Daniel M. Porcedda):

Was Füle wirklich sagt: Keine (oder nur geringe) Unterstützung von der EU für den Euromaidan.

Jetzt hat er einen guten Grund genannt, die Unterstützung der demokratischen Entwicklung in der Ukraine zu reduzieren, für welche ukrainische Bürger seit November letzten Jahres kämpfen.

„Radikale Elemente“ … welch netter Begriff! Ist Fuele in der Lage zu erklären, was oder wer diese radikale Elemente sind? Meint er etwa die Svoboda-Partei? Dann soll er das deutlich zum Ausdruck bringen. Ist aber jeder Sympathisant der Svoboda per se ein radikales Element? Ist jeder, der Molotow-Cocktails auf Berkutbeamte wirft, ein radikales Element? Ist jeder, der friedlich in der Menge auf dem Maidan steht, kein radikales Element?

Muss jetzt jeder, der inmitten der Demonstranten auf dem Maidan steht, sich vor seinem Nachbarn in acht nehmen? Er oder sie könnte ja ein radikales Element sein?

„Die Deeskalation und die Stabilisierung der Situation ist Hauptpriorität“, sagt Fuele. Wenn das so ist, warum dann der Versuch, die Demonstranten zu entzweien indem man sie in radikale und nichtradikale Elemente zu trennen versucht? Eine Maßnahme, die weder die Opposition noch Euromadian erfüllen kann. Sollte denn jetzt jeder, der an den Demonstrationen teilnimmt, einem Gesinnungstest unterworfen werden? Und wie „evaluiert“ man mit all die anderen Leute, die sich über Social Media und andere Plattformen an den Protesten beteiligen?

Es ist diese Art von unüberlegten Statements von EU-Vertretern, die viele Menschen in der Ukraine überaus frustrieren. Es ist nicht bloß frustrierend, es ist kontraproduktiv.

Darüber hinaus wird offenbar, dass „unsere“ EU-Repräsentanten ungenügend darüber informiert sind, was die tatsächliche Situation in der Ukraine ist, welche sozialen Aspekte verwoben sind, welche Schikanen und Repressalien Menschen in der Ukraine in ihrem täglichen Leben erdulden müssen … besonders seit 2010.

Unterstützung erhält Daniel M. Porcedda bei dieser Aussage auch vom Pastor der Deutschen evangelisch-lutherischen Auslandsgemeinde St. Katharia Kiew (Quelle: Facebook-Streams des Pastors Ralf Haska

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die folgenden Hintergrund-Artikel:
Ukraine-Nachrichten: Was der Westen über die extreme Rechte auf dem Euromaidan wissen sollte
Petition renommierter Rechtsextremismuswissenschaftler: Der Euromaidan in Kiew ist keine extremistische, sondern eine freiheitliche Massenbewegung des zivilen Ungehorsams (in englischer Sprache)

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