Dmytry Tymchuk, Zusammenfassung zur Lage am 8. September

Dmitry Tymchuk, Koordinator der Gruppe Informationswiderstand
09.08.2014

Übersetzt von Voices of Ukraine

Brüder und Schwestern, zur Lage am 8. September

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Das Negative:

1. Das gibt kein gutes Bild ab: die russischen Armeeeinheiten und die Terroristen vor Ort nutzen die Waffenruhe aus, um sich im Donbass umzugruppieren. Die erkunden die Schwachstellen in der ukrainischen Verteidigung (u.a. durch Gefechtsaufklärung) und verschieben ihre Truppen dorthin. Die Stellungen der ukrainischen Armee und Nationalgarde werden ununterbrochen unter Beschuss genommen.

Das Ganze wird durch das verlogene Heulen der russischen Propaganda begleitet: die ukrainische Armee bräche angeblich massiv die Waffenruhe, die Terroristen hingegen hielten sie fromm und heilig ein.

Die Tatsache, dass unsere Truppen nicht in der Lage waren, vor der Waffenruhe eine richtige Verteidigungslinie zu bilden, gibt ein wirklich schlechtes Bild ab: wir sind vor bösen Überraschungen nicht gefeit. Obwohl der ATO-Stab versichert, die Lage sei unter Kontrolle.

2. Schon schlimm genug, dass die russischen Massenmedien Terroristen als Beinahe-Pazifisten medial inszenieren. In Wirklichkeit erklären Terroristen unverhohlen und lautstark, dass von einer Waffenruhe keine Rede sein kann. So behauptet Gubarew, „Volksgouverneur“ der sog. Volksrepublik Donezk (DVR), im Namen der Terroristen: da geben wir ‘nen Scheiss auf diesen „Frieden“! Und dabei erzählte die Terroristenführung vor kurzem genau das Gegenteil davon und geisterte bei der Unterzeichnung des Minsk-Protokolls.

"Regarding the agreement signed in Minsk. Are you afraid of a piece of paper signed by oligarchs? We don't give a damn about such "peace."

“Was diese in Minsk unterschriebene Vereinbarungen betrifft: warum habt ihr Angst vor irgend so nem Papierfetzen bekommen, der von Oligarchen  durchgedrückt wurde? da geben wir ‘nen Scheiss auf diesen „Frieden“.

Jetzt wird es gemunkelt, dass Gubarew sich gegen Putin auflehne, der angeblich für den Frieden steht. Das ist Quatsch. Diese Unbeständigkeit und die Tatsache, dass die Terroristen die Waffenruhe erst unterstützten, diese jedoch von Anfang an brechen, spricht klare Worte: mit der DVR/LVR gäbe es doch nichts zu verhandeln. Moskau entscheidet alles und sie hat sich für den Krieg fest entschieden. Die Kampfhandlungen russischer Truppen nach dem Beginn der Waffenruhe liefern dafür den Beweis.

Was Putins Knechte im Donbass angeht, wissen sie selber nicht, was vom Kremlboss jede Minute zu erwarten wäre. Jede seine neue Anweisung wird allerdings Hals über Kopf umgesetzt, dabei haben diese Blitzbirnen keinen Gedanken über ihre – gelinde gesagt – Wendehalsigkeit. Es wurde allerdings wissenschaftlich belegt: Um Gedanken haben zu können, ist mindestens ein Gehirn erforderlich.

3. Die Bewegung „CHESNO“(„Ehrlich“) berichtet heute: sechs von aktuellen Abgeordneten der Regionenpartei (RP) wollen wieder in die Rada. Sie stellen sich in den Wahlbezirken zur Abstimmung, wo sie 2012 ihre Mandate erwarben (die Rede ist zurzeit von denen gewieften RP-Mitglieder, die schon durch die zentrale Wahlkommission aufgelistet sind, der Rest kommt kriechend später).

Unter diesen Unsinkbaren sind solche Typen wie der allgemein bekannte Serhiy Kivalov, Spitzname Serjoscha-Pidrakhuy, oder der Verfasser des empörenden Verleumdung-Gesetzvorschlages, Vitalij Shurawskij. Also die Blute der Nation, die Janukowytsch aus welchen auch immer Gründen nach Rostow mitzunehmen vergessen hat.

Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Wie sollen wir eine Lustration anstreben, wenn Janukowytsch-Anhängsel, die seine Diktatur ermöglicht haben, die Geschicke unseres Landes steuern und weiter steuern wollen. Es ist ein Irrenhaus und es scheint, als ob die Ukraine diesen Ruf nicht loswerden will. Ich verstehe denn nicht, wozu eigentlich marschierte Putin ein? Mit solchen Einstellungen machen wir unser Land von innen schnell kaputt und zwar ohne fremde Hilfe.

Und jetzt etwas Gutes:

1. Der ukrainische Präsident Poroschenko erklärt, dass seit Beginn der sog. Waffenruhe eine große Zahl ukrainischer Kriegsgefangenen befreit werden konnte.

Das heißt, unsere Geheimdienstler und Militärs haben ihre Heldentat doch vollbracht – sie fangen damit an, eine einheitliche Gefangenenliste zu erstellen (seit April ist jeder Behörde damit beschäftigt, sich um ihre eigenen Leute auf eigene Faust zu kümmern). Diese Aufgabe wird jetzt durch den ukrainischen Sicherheitsdienst (SBU) übernommen. Wir hoffen nur, dass diese „Waffenruhe“ mindestens eine positive Wirkung hat – keiner von unseren Jungs, die den Terroristen / Russen in die Fänge geraten sind, wird vergessen und sie alle kehren nach Hause zurück.

Um die Zivilgeiseln der Terroristen ist es schlecht bestellt. Es gibt Angaben nur zu den Geiseln, derer Verwandten sich beim SBU gemeldet haben. Die Liste der Personen, die den Terroristen in die Fänge geraten sind, ist ja offensichtlich nicht vollständig.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

2. Und noch ein Statement Poroschenkos. Heute bei einem Treffen mit Armeeangehörigen in Mariupol hat er versprochen, dass diejenigen, die am Sterben unseren Jungs um Ilowajsk schuld sind, werden gefunden und bestraft. „Die Ursachen schwerer Verluste werden sorgfältig geprüft, um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden“ so der Präsident.

Diese Erklärung läßt uns hoffen. So, leider Gottes, wurde bis heute kein Befehlshaber eines hohen militärischen Dienstranges für die Fehler, die uns viele Soldaten und Offiziere kostete, zur Rechenschaft gezogen. Dabei gibt es genug Indizien dafür, dass die höheren Etagen des Militärs auszumisten sind.

Solange die Staatsmacht das Militär von jeder Haftung freistellt, werden die Streitkräfte nicht in der Lage sein, aus eigenen Fehlern zu lernen.

3. Am 21. September findet in Moskau eine allrussischen Protestaktion gegen die Aggression Russlands in der Ukraine statt. Ihre Organisatoren teilten mit, dass sie mit mindestens 50.000 Teilnehmern rechnen.

Nun, ein guter Anlass, die Anzahl der Russen zu berechnen, die im Zombie-Land des Hasses noch Mensch geblieben sind. Das gibt uns Grund zu der Hoffnung, dass der Stern der Freiheit über Russland früher oder später doch aufgeht. Und es freut uns sehr, dass es Russen gibt, die diese Zeit näher bringen und den Pakt mit dem Teufel ablehnen.

Quelle: Dmitry Tymchuk FB

Quelle: photos

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One Response to Dmytry Tymchuk, Zusammenfassung zur Lage am 8. September

  1. justice says:

    Zum Lagebericht v. 08.09.2014 mögen mir bitte kurze Anmerkungen gestattet sein.

    Der Verrat der Ukraine durch eigene Landsleute richtet verheerenden Schaden an.
    Per Handyortung ist der Aufenthaltsort von Soldaten und Truppen auch leicht festzustellen.
    Erst Verantwortung als mehrdimensionales Leistungsprinzip kann Effizienz garantieren.

    Slava Ukrajini!

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