Der “humanitäre Konvoi”: Halb leer oder halb geleert?

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Blick in einen der russischen Lkw mit angeblicher Ladung humanitärer Hilfsgüter (Foto: Courtney Weaver, FT)

15.08.14 | Halya Coynash | Charkiwer Menschenrechtsgruppe (Übersetzung)

 

 

 

 

 

 

Erste Berichte von Journalisten deuten darauf hin, dass eine Reihe der russischen Militärlastwagen in dem “humanitären Konvoi” überhaupt nur wenig geladen haben. Timur Olevsky von TV Doschd (Regen-TV) sagt, dass er in der Lage war, einen Blick in das Innere von mehreren Kamas-LKWs zu werfen, die speziell für diese “humanitäre” Übung weiß angemalt wurden. Dabei war sofort bermerkbar, dass diejenigen die von ihm gesehenen zwar in der Tat Buchweizen, Wasser usw. enthielten, aber zu weniger als einem Drittel voll geladen waren. Dies wird durch Tweets des Financial Times-Journalistin Courtney Weaver bestätigt, der beschreibt, dass viele von ihnen sind fast leer sind.

Wenn die Lastwagen waren nur zu einem Drittel oder weniger beladen sind und 280 LKWS zunächsgt weiß gestrichen und von einem orthodoxen Priester in einer Propagandaveranstaltung gesegnet wurden, muss ihr Erfolg ernsthaft in Frage gestellt werden. Das kann man jedoch nicht wissen, da trotz völlig falscher Behauptungen des Kremls und des russischen Außenministeriums wurden dem Internationalen Roten Kreuz zu keinem Zeitpunkt die Papiere vorgelegt, und es war demzufolge nicht in der Lage, den Inhalt der LKWs zu überprüfen.

Die 280 Lastwagen sollten angeblich vor zwei Tagen an einem Grenzübergang in der Region Charkiw ankommen, um unter Aufsicht des IKRK überprüft zu werden, und die Fracht sollte auf dessen Fahrzeuge umgeladen. Moskau weigerte sich jedoch, dies zu ermöglichen, und die Lastwagen änderten plötzlich die Richtung und und wurden in Richtung von Grenzübergängen in der Region Luhansk umgeleitet, die unter Kontrolle der vom Kreml unterstützten Militanten stehen.

Wären sie über die Grenze gefahren, dann hätte es sich um einen offenen Akt der Aggression gehandelt.

Sie taten es nicht, und hielten statt dessen rund 20 Kilometer vor der Grenze an, aber westliche Journalisten wurden Zeugen, als eine Kolonne aus russischen Militärfahrzeugen, darunter gepanzerte Personentransporter, über den gleichen Grenzübergang fuhren. Die Berichte über mindestens 23 solcher Fahrzeuge wurden sowohl von Shaun Walker vom Guardian und Roman Oliphant vom Daily Telegraph sofort veröffentlicht.

Dies ist auch eine russische Aggressionshandlung. Unverhohlen dazu. Die Fahrzeuge schalteten nicht einmal ihre Scheinwerfer aus und überquerten die Grenze in einer Gegend ganz nahe an den 280 Lastwagen, so dass den russischen Militärs gut bewusst gewesen sein muss, dass diese Bewegung bemerkt und aufgezeichnet werden wird.

Bereits am Donnerstag hatte Jeremy Bender in der Berichterstattung für den Business Insider erwähnt, dass ein Konvoi “von nicht markierten weißen LKW in die Ukraine fuhr, und die angebliche humanitäre Mission nun von einer schweren Offensive russischer Militärausrüstung begleitet wird.”

Die Lastwagen des Konvois wurden von Hubschraubern, Boden-Luft-Raketensystemen und möglichen Flugabwehrwaffensystemen begleitet. Die … Tunguska ist wahrscheinlich nicht die einzige Flugabwehrwaffe, die mit dem Konvoi mitfährt, wie dieses Foto von einem derzeit noch nicht identifizierten Waffensystem demonstriert: Russische Militärhubschrauber flogen ebenfalls neben dem Konvoi her.

Die russische Konvoi hat eine Reihe von roten Fahnen hochgehen lassen, selbst wenn man von diesem großen Kontingent an Waffen und Rüstungsgütern absieht. Der Konvoi erfüllt die durch Ukraine und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) aufgestellten Bedingungen nicht – der Konvoi ist unter der IKRK-Flagge unterwegs, aber die Organisation ist nicht in der Lage, den Inhalt der Lastwagen zu überprüfen.”

Letztes Wochenende haben die USA, Großbritannien und wahrscheinlich auch andere Länder es eindeutig klar gestellt, dass jeder Versuch Russlands, den sogenannten “humanitären Konvoi” ohne ukrainische Zustimmung in die Ukraine einfahren zu lassen, als russische Invasion angesehen werden wird.

Sie sind jetzt unheimlich still geworden. Während die “humanitäre” Ladung auf russischem Gebiet geblieben ist, ist die schwere Militärtechnik nicht dageblieben.

Quelle: http://khpg.org.ua/en/index.php?id=1408107187

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1 Response to Der “humanitäre Konvoi”: Halb leer oder halb geleert?

  1. justice says:

    Das russisch-staatliche Vorgehen ähnelt einem geschickten Schachzug zur weiteren Vorbereitung einer vorerst verdeckten Aktion, sonst würde nicht eine so hohe Anzahl von sichtbaren Großraumfahrzeugen im Einsatz sein, die Interesse und Kräfte auf sich ziehen.

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