Die Krim – Geldwäsche-Gebiet für russische Banditen?

1402437010-krimHalya Coynash – 3. August 2014
Charkiwer Menschenrechtsgruppe (Übersetzung)

Umweltschützer auf der Krim warnen davor, dass die Moskauer Pläne, aus der Krim ein ‘Las Vegas’ zu machen, zu einer ökologischen Katastrophe für die Halbinsel führen werden.

Die Pläne für eine Wirtschaftsfreizone und “Glücksspielzone” wurden bereits im März öffentlich gemacht, kurz nachdem Russland die Krim illegal annektiert hatte. Das Gesetz über die Schaffung einer Glücksspielzone (wahrscheinlich in Jalta) wurden von der Staatsduma am 4. Juli verabschiedet und von Präsident Wladimir Putin bald darauf unterzeichnet und damit als Gesetz rechtskräftig.

Moskau behauptet, dass die Schaffung einer solchen Zone neue Investitionen bringen und neue Arbeitsplätze schaffen wird. Anatolij Karpow, der erste stellvertretende Vorsitzende des Staatsduma -Ausschusses für Wirtschaftspolitik, nannte eine Zahl von 730 Mio. US-Dollar, die dadurch angeblich in das Krim-Budget gespült würden.

Die Nutzung für die Geldwäsche

Margarita Litwinenko, Vorsitzende des Rates der gesellschaftlichen Organisationen von Sewastopol, weist darauf hin, dass erst die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden müsse. Da es nicht mehr so viele geeignete Plätze auf der Krim gibt, befürchtet sie, dass diese Einrichtungen teilweise oder ganz im Naturschutzgebiet von Jalta angelegt werden.

Eine weitere Option wäre, die Casinos und Nachtclubs auf dem Gelände von regierungseigenen Erholungsheimen einzurichten, die sich die Marionettenregierung unter Sergei Aksjonow angeeignet hat, nachdem sie effektiv die Kontrolle übernommen hatte, als die russischen Streitkräfte die Regierungsgebäude in Simferopol am 27. Februar beschlagnahmt hatten.

Nikolai Podoljak, Mitglied des Rates der Umweltorganisationen von Sewastopol, sagt: “Diese Regierung verstaatlicht alles, was der Ukraine gehört hat, auch die regierungseigenen Sanatorien für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Jewpatorija. Dieses Gelände wird für die Glücksspiel-Zone genutzt werden, niemand wird etwas Neues bauen.”

Podoljak glaubt, dass eher schmutziges Geld als Investitionen auf der Halbinsel fließen werden. “Die erste Frage ist, wer dorthin gehen wird, um zu spielen? Die zweite Frage ist, wo diese Menschen das Geld her haben, um es in dieser Spielzone gewaschen zu bekommen? Wir können davon ausgehen, dass dies russische kriminelle Elemente sein werden – ganz einfach auf Grund der Tatsache, dass das Gebiet der Halbinsel derzeit nur schlecht kontrolliert wird.”

Natalja Horodetzka, Anwältin der NGO “Umwelt – Recht – Person”, weist darauf hin, dass nach ukrainischer Gesetzgebung die Bewohner von Jalta die Möglichkeit haben, aktiv gegen die Auswirkungen von Entscheidungen für die Nutzung von Flächen für eine Glücksspielzone vorzugehen. Der Bau von Casinos, Glücksspiel- oder anderen Unterhaltungseinrichtungen in Schutzgebieten und auf dem geschützten Küstenstreifen ist kategorisch verboten. Im Gegensatz zu Russland hat die Ukraine die Berner Konferenz über den Schutz lebender Tiere und Pflanzen ratifiziert. Artikel 4 dieses Dokuments verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, die Flora und Fauna zu schützen und bei Bauarbeiten auftretende Gefahren für sie zu berücksichtigen.

Kein Wirtschaftswunder, nur eine Umweltkatastrophe

Vier Glücksspielzonen wurden in der Russischen Föderation bereits geschaffen, und nicht eine davon hat als Folge einen wirtschaftlichen Boom erlebt.

Umweltschützer auf der Krim sagen, dass Russland statt des Aufbaus einer Glücksspielzone  Geld investieren sollte, zum Beispiel für die Entwicklung der Wasser- und Abwassersysteme in Balaklava, wo derzeit das Abwasser ins Meer geleitet und dann an die Strände gespült wird. Die Wasserleitungen in Jalta sind auch verrostet und müssen ersetzt werden, und es gibt keine biologischen Reinigungsprozesse für Abwasser, sondern nur mechanische. Sie warnen davor, dass die Behörden immer öfter Wasser aus kleinen Flüssen innerhalb von Naturschutzgebieten entnehmen, was zu deren Austrocknung führt.

Quelle: http://khpg.org.ua/en/index.php?id=1407076460
(unter Benutzung von http://ru.krymr.com/articleprintview/25470680.html

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One Response to Die Krim – Geldwäsche-Gebiet für russische Banditen?

  1. justice says:

    Vielleicht soll das Militär-Personal des angeblich “unsinkbaren Flugzeugträgers Krim” in diesen Casinos seine Rubel verpulvern, doch dass die Natur der Halbinsel die enormen ökologischen Belastungen nicht tragen kann, ist bereits jetzt abzusehen. Mit brutaler Waffengewalt und Propaganda ließ sich die Krim leicht besetzen, ist aber keine ebenso dumme Resourcenvernichtung aufzuhalten. Die Ignoranz planetarischer Grenzen (Planetary Boundaries, Планетарні межі) und der damit verbundene ökologische Schaden auf der Krim, betrifft wegen irreversibler Umweltveränderungen alle Menschen auf der Erde.

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