Wichtige Nachrichten über die Situation auf der Krim, wenn Sie darüber überhaupt noch etwas wissen wollen.

Quelle: Ekaterina Sergatskova

Von Ayder Khalilov

Wichtige Nachrichten über die Situation auf der Krim, wenn Sie darüber überhaupt noch etwas wissen wollen.

Politisch: Die Machthaber und hiesige Militärs haben angefangen, nationalen Zwist heranzuzüchten und ziehen Tataren mit rein – die Bevölkerung petzt aktiv gegeneinander an die FSB (russ. Geheimdienst-Übers.) darüber, wer welche Position bezogen und ob man am Referendum teilgenommen hatte – alles Ukrainische versucht man auszumerzen (jede Erwähnung, Graffiti, Fahne, Wappen usw.) – in den Schulen russische Propaganda komplett, darüber, dass die Krim immer russisch und seine Zugehörigkeit zur Ukraine ein Fehler war, Schüller müssen die russische Hymne singen und auswendig lernen. Krim ist überflutet von russischen Beamten, die man aus verschiedenen Regionen herbringt und welche die hiesigen ersetzen. Angefangen von der Strafverfolgungsbeamten. Die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft hat man dazu angehalten, die ukrainischen Pässe abzugeben und russische anzunehmen und dann entlassen, weil sie nicht den Anforderungen entsprechen. – Prorussische Propaganda und Antiukrainische Agitation übertreffen jedes vorstellbare Maß.

Wirtschaftlich: Das Banksystem ist gelähmt. Ukrainische Banken gehen weg, und russische kommen nicht (sie alle sind vom Westen finanziert und wollen keine Probleme wegen der Krim haben) – die einzige Bank, in der man Zahlungen vornehmen kann (Steuern zahlen; Strafen, für die Bildungseinrichtungen, Nebenkosten bezahlen usw.), ist die Chernomorskiy Bank für die Entwicklung und Wiederaufbau. Bis dato hat diese Bank kaum jemand gekannt und sie hat praktisch kein Netz. Jeden Tag stehen 300-400 Menschen hier Schlange, es gibt Probleme mit dem Bargeld in Hrywna ( Menschen können kein Geld vom Konto abheben, weil Banken nicht genügend Bargeld haben oder schließen) und mit dem Bargeld in Rubel. Rubel haben nur Rentner und Beamte. Interessante Art der Bezahlung: LKWs mit den Rubeln fahren in der Stadt rum und bringen das Geld in die Behörden oder Postfilialen zur weiteren Bezahlung. Geldscheine sind alle neu, sind aber 1997 gedruckt. Alle ohne Ausnahme ziehen es vor, in Hrywna zu bezahlen, Weil es gewohnter und bequemer ist, aber sog. Regierung versucht die Bezahlung in Rubel durchzusetzen, indem sie die Preise kontrolliert und Panik verbreitet, dass in 2 Monaten Hrywna nicht mehr gültig sein wird.

Diese Politik führt zur Bereicherung der Wechselstuben, welche immer die Kursdifferenzen ausnutzen und die ohnehin arme Bevölkerung ins Ruin treiben. Ich denke es ist klar, wer dahinter steckt. – Schon anerkannt ist die Tatsache, dass es den Bau der Brücke Kertsch-Kuban in der nächsten Zeit nicht geben wird – mit dem Wasser gibt es riesige Probleme und der ganze Norden, Westen und Osten der Krim haben gute Chancen im Sommer auszutrocknen. Das Wasser aus dem Nord-Krim-Kanal ist notwendig nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für solche Städte wie Feodosija, Ketsch, Jewpatorija. – Putins Idee ist es, Krim zu einer Spielzone zu machen. Es bleibt nichts anderes übrig, weil es keine andere Idee für Investitionen auf der Krim gibt. Weder westlicher Business noch russischer wird dazu bereit sein. Was bleibt – auf der Krim das Schwarzgeld zu waschen. Das ist dann die ganze Wirtschaft.

Von Kuban, Kradsnodarskij Kraj kommen Russen und kaufen auf der Krim Nahrungsmittel und Haushaltsgeräte ein. Es hat sich herausgestellt, dass dort alles 2xmal so teuer ist. Sie lachen über uns und wundern sich, warum die Krim den Anschluss an Russland nötig hatte. Von alles Seiten nur schlechte Lose.

So sieht es aus.

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1 Response to Wichtige Nachrichten über die Situation auf der Krim, wenn Sie darüber überhaupt noch etwas wissen wollen.

  1. justice says:

    Das Chaos und die leidvollen Erfahrungen der Bevölkerung sind abzusehen gewesen.

    DER KREML HAT IN WORTEN UND TATEN VERSAGT!

    Die Berliner Zeitung schrieb in ihrer gestrigen Ausgabe vom 23. April 2014 auf der Titelseite, dass Mustafa Dschemilew, dem Vorsitzenden der Krimtatarischen Nationalvertretung, am Dienstag von russischen Grenzbeamten ein Papier ohne Stempel und Unterschrift übergeben wurde, wonach ihm für die kommenden fünf Jahre die Einreise in die Russische Föderation, also auch der Krim, verboten wird. Er gefährde die Sicherheit des Landes.

    Am Montag wurde die ukrainische Fahne am Gebäude der Medschiks von Uniformierten gewaltsam entfernt, was sicher auch nicht als Rehabilitationsmaßnahme für Krimtataren zu verstehen ist.

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