Tschubarow: Krimtataren erkennen Referendum unter Besatzungsbedingungen nicht an

Medschli-Vorsitzender der Krimtataren ruft Weltgemeinschaft zu unverzüglichem Handeln auf

6. März 13:19

Refat Tschubarow

Refat Tschubarow

Die internationale Gemeinschaft muss schnell handeln, um im Zusammenhang mit der schnellen Entwicklung der Ereignisse auf der Krim die territoriale Unversehrtheit der Ukraine zu garantieren. Dies sagte der Vorsitzende des Medschli der Krimtataren Refat Tschubarow dem Fernsehsender „Hromadske TV“.

Er erklärte, dass „Verrückte den Beschluss des Obersten Rates der Autonomen Republik Krim über den Anschluss an Russland getroffen haben. „Außerdem gibt es kein Gesetz über lokale Referenden, der Beschluss an sich ist schon absurd. Als ersten Punkt beschließen sie, sich an die Russische Föderation anzuschließen, und als zweiten Punkt, darüber ein Referendum abzuhalten!?“, erregte sich Tschubarow.

Er sagte, dass die Krimtataren ein Referendum, das unter Besatzungsbedingungen abgehalten wird, niemals anerkennen werden. „Auf der Sitzung des Medschli (der obersten Ratsversammlung der Krimtataren) haben wir beschlossen, dass es nicht sein kann, dass ein Referendum, für das es keine gesetzliche Grundlage in der Ukraine gibt, durchgeführt wird, während auf den Straßen bewaffnete Soldaten und Panzerwagen patrouillieren“, erklärte Tschubarow.

„Jetzt ist es sehr wichtig, dass wir in den nächsten Stunden praktische Schritte der internationalen Gemeinschaft sehen. Die Lage bewegt sich mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit auf den Abgrund zu“, fügte er hinzu.

Weiterhin berichtete der Medschli-Vorsitzende, dass am Mittwoch die „Regierung“ der Krim die Bürgermeister und die Vorsitzenden der Kommunalverwaltungen zusammengerufen haben und ihnen befohlen haben, Kommissionen zur Durchführung des „Referendums“ zu bilden. Und da, so Tschubarow, die Organe der Krim nicht an die Wählerlisten herankommen, wurde ihnen aufgetragen, diese Listen selbst zu erstellen. Eine solche Vorgehensweise bezeichnete Tschubarow als „hässlich“.

Tschubarow sagte, dass die Krimtataren gemeinsam mit anderen Nationalitäten versuchen werden, die Lage stabil zu halten und nicht auf Provokationen zu reagieren. „Wir versuchen, so gut es gut Ruhe zu bewahren, nichts zu unternehmen, was als Aggression gegenüber den Truppen aufgefasst werden könnte. Weil wir verstehen, dass die Gegenseite ihren Plan noch nicht aufgegeben hat, eine großmaßstäbliche Provokation durchzuführen“, erzählte Tschubarow.

Tschubarow erläuterte auch die Technologie, mit der die „Selbstverteidigungskräfte“, unter denen sich viele Ausländer befinden, in erster Linie russische Kosaken, ihre Provokationen organisieren. „Sie sind bewaffnet. Sie provozieren eine Konfliktsituation mit der Bevölkerung oder mit den ukrainischen Soldaten in den umstellten Stützpunkten, und wenn die Situation zu eskalieren beginnt, werden die [russischen, A.d.Ü.] Soldaten hinzugezogen“, so Tschubarow.

Quelle: censor.net
Übersetzung aus dem Russischen: Tobias Ernst

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