Tobias Ernst: Hätten sich die europäischen Staaten ein bisschen mehr gesputet, stünden jetzt keine russischen Panzerwagen auf der Krim

Tobias Ernst: Hätten sich die europäischen Staaten ein bisschen mehr gesputet, stünden jetzt keine russischen Panzerwagen auf der Krim

Quelle: https://www.facebook.com/t.f.ernst/posts/10202594370812255?stream_ref=10

Nach über drei Monaten und ein paar hundert Toten die ERSTE Meldung zu dem Thema, die nicht im Futur sondern im Präsens geschrieben ist … Hätten sich die europäischen Staaten hier ein bisschen mehr gesputet, stünden jetzt keine russischen Panzerwagen auf der Krim.

http://www.nzz.ch/aktuell/newsticker/oesterreich-friert-konten-von-18-ukrainern-ein-1.18253176

Das Szenario in der Ukraine ist von Tag 1 aus vom Kreml orchestriert gewesen – gegen den ganz offensichtlichen Willen der großen Mehrheit des ukrainischen Volkes. Putin mischt sich seit 30. November völlig rücksichtlos ein. Nicheinmischungskultur der EU ist etwas schönes, wenn sich auch die Gegenseite daran hält. Das ist hier leider nicht gegeben.

Die Nazis sind hier der beste Vergleich – wäre es zum 2. Weltkrieg gekommen, und wäre er genauso tragisch abgelaufen, wenn sich die Westmächte nicht so ewig lange nicht eingemischt hätten? In der Ukraine entwickelt sich genau dasselbe Szenario. Aufgrund des Budapester Abkommens hat die Krimkrise die Sprengkraft für einen 3. Weltkrieg. Dennoch wird das Thema in der EU (anders als in der USA, die den Braten gerochen hat) immer noch wie irgendein unwichtiger Nebenschauplatz abgehandelt.

Bei den seit drei Monaten schon eingeforderte Sanktionen ging es NIE um Wirtschaftssanktionen gegen das Land, die als machtpolitische Geste hätten ausgelegt werden können. Das Wort Sanktionen war daher das falsche Wort. Es ging um das Einfrieren von EU-Schwarzgeldkonten aufgrund handfester Beweise, dass es sich um Schwarzgeldkonten handelt. So etwas kann von niemand, auch Putin nicht, als machtpolitische Einmischung ausgelegt werden. Es handelt sich ja einfach um die Anwendung der EU-internen Regeln zur Finanzhygiene.

Es wäre aber ein ideales Mittel gewesen, Putin auf völlig friedliche Weise den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dieses Geld war es nämlich, dass die Banditen in Kiew dazu eingesetzt haben, die Situation in der Ukraine überhaupt erst so weit eskalieren zu lassen. Der ganze Konflikt in der Ukraine war bis einschließlich 20. Februar lediglich der Kampf eines Volkes gegen eine kriminelle Mafia, der überhaupt keine geopolitische Dimension hätte haben müssen.

Die geopolitische Dimension kam erst mit dem Hissen der russischen Flagge in Simferopol hinzu. Das hätte man durch ein bisschen restriktivere Finanzhygiene verhindern können. Dann hätte sich das Land nicht so weit destabilisiert, dass Putin hier einen mauen Vorwand für militärische Intervention hätte konstruieren zu können.

Weil die EU diese wirtschaftlich-friedliche Möglichkeit der Konfliktbeilegung verschlafen hat, wird sie sich jetzt wohl oder übel und früher oder später mit einer militärischen oder auf jeden Fall geopolitisch-macthpolitischen Lösung des Vorgangs anfreunden müssen.

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