Jörg Drescher: Europa hat längst vergessen, wie Gesichter einer Revolution aussehen

Joerg Drescher: Europa hat längst vergessen, wie Gesichter einer Revolution aussehen

Quelle: https://www.facebook.com/iovialis/posts/10202355590349839?stream_ref=10

Europa, das so viele Revolutionen nur aus der Geschichte kennt, wird in der Ukraine gerade wieder an die einstigen Ziele der vergangenen Aufstände erinnert. Nein, den Gesichtern, wie in dem ARD-Beitrag erzählt, fehlt nicht das “revolutionäre Pathos”, vielmehr hat Europa längst vergessen, wie Gesichter einer Revolution aussehen und interpretiert einfach Müdigkeit in das hinein, was dort so “langweilig selbstverständlich” ist und nicht mehr hinterfragt werden will.

Leider hat Europa ein massives Problem: Die EU hält aufgrund eines gemeinsamen Wirtschaftsraums als Hauptwert, statt auf den eigentichen ideelen Werten (Humanismus, Pluralismus, Freiheit, Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Solidarität…).

http://www.ardmediathek.de/das-erste/ttt-titel-thesen-temperamente/bilder-des-aufbruchs?documentId=19608712

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4 Responses to Jörg Drescher: Europa hat längst vergessen, wie Gesichter einer Revolution aussehen

  1. Ruud Meij says:

    I’m following this discussion on Europe now quite a while. Although, ‘discussion’ is to much honour for this kind of contributions. It’s more Euro-bashing. And why? Beats me. The facts are these: The EU is by far the most promising project woldwide when it comes to peaceful living together. The EU is over time by far the most promising economic project world wide. The EU created a common ground of decency for 28 European nations in 60 years. The EU is the only political project worldwide which shows some capacity for moral learning. And yes, the EU knows what revolutions are, why they are most of the time the most bloody forms of political change. So, in stead of EU bashing, cherrish the support you get consistently on a daily basis, starting from November 21. And maybe, just maybe, don’t ask yourself what EU can learn from you, but what you can learn from EU.

    • jawails says:

      Ich stimme Ihnen in 2 Punkten völlig zu: (1) EU ist für heute die beste Form des gemeinsames Lebens; (2) die Ukrainer (und die Ukraine als Staat) haben viel von EU zu lernen. Darum eigentlich bleiben wir noch immer bei Thema EuroMaidan :-).
      Ich frage mich aber ehrlich, ob die EU-Bürger noch dazu fähig sind, die eigenen europäischen Werte zu verteidigen? Haben sie davon noch nicht vergessen?.. Finden Sie, ehrlich, die Reaktion der EU-Politiker genügend? Finden Sie, dass das alles, was dei ukrainischen Behörden tun, keinen Grund für die persönlichen Sanktionen gibt? Die Geschichte des 20. Jhs zeigt doch vielmal, dass die europäischen Werte, auf denen auch EU gegründet ist, tatsächlich keine entscheidende Rolle in der Politik der europäischen Saaten spielen.
      Ich finde es für EU selbst sehr gefährlich — aber ich sehe die Situation trotzdem sehr optimistisch. Auch weil die “kritischen” Aktionen, die die Aktivisten in EU-Saaten durchführen (wie in Wien, Frankfurt, Berlin) etwas doch erreichen. Hätten wir keine Hoffnung auf EU mehr, würden wir keine “Kritik” mehr ausdrücken.

      PS. Und ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und für Ihr Interesse für die Ukraine — auch für diesen Kommentar. Das ist noch ein Zeichen, dass die europäischen Werte in EU noch nicht von Allen vergessen sind. 🙂

  2. Ruud Meij says:

    Dank sehr für Ihr Kommentar. Mindestens in einen Punkt haben sie ganz recht. Es ist absolut nicht sicher das die EU Bürger im stande sind die europäische Werte zu verteitigen. Ich fürchte das hat unter Anderem damit zu tun das die EU von Anfang an ein Eliteprojekt war. Und ich meine das ausdrücklich als einem Kompkiment an die Elite. In diesem Sinne ist die EU Leiting vieleicht mehr ‘europäisch’ als ihre Bürger. Was betrifft die politik der Sanktionen bin ich weniger skeptisch als die ukrainische Kritiker. Es ist vieleicht ein Tugend der EU das sie eine Art ‘slow politics’ betreibt. Sie hat kein Foreign Office, und Entscheidungen über ‘restrictive measures’ fragen Unanimität. Sanktion sind natürlich eine moralische Unterstutzung für Euromaidan, aber ich bin mir nicht sicher ob sie auch Wirksam sein werden für die Ziele Euromaidans. Nicht lange her war ich beteitigt an einem Diskussion im Buro der EU Präsidenten Von Rompuy. Und da versicherte mich eine Beraterin des Präsidenten das mann die Hofnung aufgegeben hat mit Yanukovych zur Übereinstemmung zu kommen, und nach Wegen suchte um die demokratic civil society zu unterstutzten. Is wäre hilfreich wenn ‘Euromaidan’ sich weniger auf Sanktionen fixierte, und mehr auf Fragen wie mann die ‘europäische Freunde’ beziehen konnte in ihrem Projekt. Als regelmäßige Besucher Ukrains fürchte ich das das wirkliche, und weithin wichtigste Problems des Euromaidans ist sich zur eine solide politische Bewegung om zu formen.

    PS: Ich entschuldige mich wenn mein Statement etwas hart gestellt war. Ich liebe die Ukrainer, aber das Talent sichselbst zu schaden kann ich oft nicht ertragen.

    • jawails says:

      Vor allem: Ihr Statement war nicht “hart”, das ist uns (und mir) wichtig, die verschiedlichen Meinungen zu hören, und ich bin Ihnen dafür wirklich dankbar.

      (1) Ich hätte auch das gerne zustimmen, dass man weniger von die Sanktione “träumen” soll, sondern mehr über etwas konkretes nachdenken, über die Zukunft und über die Arbeit in der Zukunf. Auch über die Mitarbeit mit den europäischen Freunden (es gibt doch echt viel zu tun). Das ist wichtig, schon jetzt.
      (2) Das, mit den Sanktionen, ist aber keine “Rache” oder was, das wäre nicht nur eine moralische Unterstützung. Hätten die ukrainischen Oligarchen (vom Präsidenten und seinen Söhnen beginnend) keine Möglichkeit nach EU fahren und wäre ihres Geld in einer wirklichen Gefahr, könnten sie, z.B. die “Todesschwadrone” nicht mehr bezahlen. Es geht um eine sehr konkrete und praktische Hilfe für Euromaidan.
      (3) Ausserdem, geht es um dieselbe europäischen Werte: ich würde einen “überzeugten” Mörder oder Räuber, der von seine Täten stolz ist, zu mir nach Hause nicht kommen und bei mir nicht leben lassen. Nicht weil ich Angst habe, sondern wegen des Respekts für die, die er ermordet oder geraubt hat. Die europäischen Elite scheinen sich vor solcher Gesellschaft nicht zu ekeln. (Und dabei — die normale Ukrainer dürfen nach EU nicht gehen.) Ich meine die Elite hier auch positiv, aber es scheint so, dass es diesen Eliten einfach egal ist, wer ein Mensch ist (Mörder, Räuber, Diktator), wenn er, z.B. viel Geld bringt. Die EU Politiker (Elite!) sagen doch auch klar, dass die Wirtschaftsfreundschaft mit dem Diktator Putin ist ihnen wichtiger, als die Demokratie in der Ukraine.

      Ich denke also, dass EU nicht nur ein “Elite-Projekt” war, sondern auch ein “idealistisches Projekt”. Das meint aber, dass die Zahl der “Idealisten” nicht zu sehr sinken darf. Ich fürchte manchmal, wenn ich die Reaktionen in Deutschland und in Italien auf die Situation mit der Ukraine sehe, ob EU selbst mit seinem Werteskala nicht auf einem Kipppunkt steht… Das wäre schade, weil, wie gesagt, ich stimme Ihnen zu, dass EU das beste (bis jetzt) Projekt war.

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