Jörg Drescher: Jeder in Kiew hat etwas über seine Erlebnisse in diesen Zeiten zu berichten…

Jörg Drescher: Jeder in Kiew hat etwas über seine Erlebnisse in diesen Zeiten zu berichten…

Original: https://www.facebook.com/iovialis/posts/10203060251765934

Gestern nachmittag bin ich einem FB-Aufruf gefolgt und besuchte ein Batallion der Nationalgarde. Das hört sich aufregender an, als es in Wirklichkeit war. Als ich dort ankam, nähten ein paar Frauen in einer Garage an Armeekleidung herum. Waffen sah ich keine. Ich fragte, wer den Aufruf gemacht hat und gab die Sachen ab, die ich mitbrachte. Morgen (also heute) geht’s für die Männer nach Slawjansk. Sie möchten in ein paar Tagen zurück sein…

Danach lief ich zum Maidan, wo ich eine Verabredung hatte und dort unterhielt ich mich bis zur Schließung des Lokals. Ein sehr interessantes Gespräch auf sehr hohem Niveau mit enorm viel Hintergrundwissen.

Da keine Metro mehr fuhr, nahm ich ein Taxi. Den Fahrer fragte ich, ob er mit dem Wahlergebnis zufrieden sei, was er bejahte. Ich wollte wissen, ob er bei der Revolution auch mit dabei war und er erzählte seine Geschichten. Im Fall des Taxifahrers ging es darum, daß er Leute in der Nacht vom18. Feb. vom Maidan kostenlos in Krankenhäuser fuhr, weil die Metro zu war; daß er sah, wie hunderte zu Fuß zum Maidan strömten und er welche mitnahm. Wie ein blutüberströmter Mann ihm Geld geben wollte, als er im Krankenhaus ankam…

Mir scheint, jeder in Kiew hat etwas über seine sehr besonderen Erlebnisse in diesen Zeiten zu berichten… Ich hoffe, die Leute in dem Batallion kommen wirklich in ein paar Tagen heil zurück…

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