Tymchuk zu Verbindungen zwischen Achmetow und der „Volksrepublik Donezk“

Dmitry Tymchuk

Dmitry Tymchuk

Die von Rinat Achmetow kontrollierte Metinvest Group gab gestern bekannt, dass in Mariupol zwischen ihren Vertretern, den örtlichen Behörden und der so genannten „Volksrepublik Donezk“ ein gewisses „Memorandum über Ordnung und Sicherheit“ unterzeichnet worden sei. Die Mitteilung erfolgte durch die Metinvest Group selbst.

Dabei fordert Achmetows Seite von der ukrainischen Regierung, die ukrainischen Sicherheitskräfte aus der Region abzuziehen. „Metinvest“ verspricht, die Region zu kontrollieren und für Stabilität und Ordnung zu sorgen – gemeinsam mit der „Volksrepublik Donezk“.

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Am Vortag der Unterzeichnung des „Memorandums“ hatte die ukrainische Staatsanwaltschaft erklärt, dass die Tätigkeit der so genannten „Volksrepublik Donezk“ Anzeichen von Terrorismus zeige und deswegen die Voraussetzungen gegeben sind, sie (gemeinsam mit der „Volksrepublik Lugansk“) als terroristische Organisation zu bezeichnen. Dies ist auch die Haltung des Justizministeriums.

Somit verneint die Struktur von Rinat Achmetow das Recht der ukrainischen Sicherheitskräfte, selbst die Wiederherstellung von Recht und Ordnung in der Region, die Teil der Ukraine ist, zu betreiben und delegiert dieses Recht an sich selbst sowie eine ihrem Wesen nach terroristische Organisation.

Parallel dazu am Tag der Unterzeichnung des „Memorandums“ Kämpfer einen von ukrainischen Militärs kontrollierten Kontrollpunkt bei Mariupol an. Die Kämpfer schossen von der Stadt her mit automatischen Waffen. Auch Journalisten gerieten unter Beschuss.

Dieser Vorfall hat deutlich vor Augen geführt, dass die terroristischen Organisationen, mit denen „Metinvest“ eng zusammenarbeitet und in pseudojuristscher Verbindung steht, nicht beabsichtigen, ihre terroristischen Aktivitäten einzustellen.

Es erscheint schwer vorstellbar, dass in einem zivilisierten demokratischen Land ein privatwirtschaftliches Unternehmen eine offizielle Vereinbarung mit einer terroristischen Organisation unterzeichnet, zum Beispiel mit Al-Qaida.

Wir bitten die Sicherheitskräfte der Ukraine mit Nachdruck, derartige Aktivitäten der von Rinat Achmetow kontrollierten Strukturen entsprechend zu bewerten.

Quelle: Gruppe „Informationswiderstand“
Aus dem Russischen von: Tobias Ernst – Fachtexte vom Profi

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4 Responses to Tymchuk zu Verbindungen zwischen Achmetow und der „Volksrepublik Donezk“

  1. justice says:

    SPIEGELONLINE zeichnet eine andere Sicht der Dinge:

    Stahlarbeiter gegen Separatisten: Die Putztruppe des Oligarchen
    Die Separatisten in der Ostukraine stoßen auf Widerstand: Der Oligarch Rinat Achmetow hat seine Stahlarbeiter gegen die prorussischen Milizionäre mobilisiert. Sie gehen Patrouille, sie räumen auf. Der Milliardär will Macht und Einfluss sichern.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-oligarch-achmetow-mobilisiert-arbeiter-gegen-separatisten-a-969757.html
    Freitag, 16.05.2014 – 12:14 Uhr

    • tftranslate says:

      In der Tat gingen gestern auch Nachrichten durch die ukr. Medien, wo das so dargestellt wurde, dass die Metallarbeiter von Achmetow quasi in Eigeninitative “die Separatisten aus Donezk vertreiben hätten”. In dem Memorandum steht aber tatsächlich “gemeinsam mit der Volksrepublik Donzek (und das sind doch die Separatisten)” drin. Dadurch wird offenbar, dass Achmetow hier selbst ein Problem geschaffen (die Separatisten bzw. den Antimaidan finanziert) und dann wieder gelöst (die Metallarbeiter gegen den Antimaidan geschickt und selbigen das Kommando zum Rückzug gegeben) hat. Die Schlsssfolgerung stimmt dann wieder: Der Milliardär will Macht und Einfluss sichern, indem er zeigt, dass der Donbass nach seiner Pfeife tanzt – nur eben mit dem Nachsatz: und ist sich dabei nicht zu schaden, Terrorismus zu finanzieren, um dieses Ziel zu erreichen.

      Spiegel Online lässt diesen Nachsatz natürlich weg, weil Spiegel Online immer noch das Bild zeichnen will, dass der Osten sich berechtigt gegen die Kiewer Faschisten zur Wehr setzen würde und es sich bei den Separatisten nur um Bürger handele, die ihre Rechte wahrnehmen. Spiegel Online ist schwer von der Kreml-Propaganda infiziert und absolut nicht mehr ernstzunehmen.

  2. ffff says:

    danke, besser kann ich es als langjaehriger SPIEGEL Leser nicht ausdrücken, ob SPON oder die Zeitung, die Haltung zu Putin ist durchgehend als loyal zu bewerten, die Wahrheit ist leider das erste Opfer…

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