Cristian Jereghi
Das Schiff der Ukrainischen Marine „Konstantin Olschanski“ hisst heute eventuell zum letzten Mal zum Klang der ukrainischen Hymne seine Fahne.

Der Schiffsführung wurde ein Zwangsultimatum erklärt: Die Mannschaft soll entweder:
1) sich ergeben, der Russischen Föderation schwören und weiter auf diesem Schiff aber schon bei der russischen Marine dienen; oder
2) die russische Staatsangehörigkeit annehmen und sich ergeben, dabei frei bleiben; oder
3) sich ergeben, 4000 UAH (ca. 280 Euro) bekommen und den ukrainischen Pass behalten; oder
4) Sturmangriff.
Die Mannschaft – Offiziere und Matrosen – HABEN NICHT VOR, den einmal geleisteten Schwur zu verraten. Sie HABEN AUCH NICHT VOR, das Schiff zu verlassen und sich zu ergeben.
Sie bleiben der Ukraine und ihrem Ehrenschwur treu.
Ihre Familien werden unter Druck gesetzt. Es ist nicht auszuschließen, dass die Offiziersfamilien in den nächsten Tagen als Geisel benutzt werden, um von der Schiffsführung eine Kapitulation zu erzwingen.
Am 21. März werden die Besatzungsangehörigen für ungesetzlich erklärt.
Die Schiffsmannschaft ist im Stich gelassen. Zurzeit ist die Versorgung des Schiffs komplett abgestellt und der entsprechende Marineteil wird von einer Sondertruppe der GRU (Militäraufklärung) Russlands kontrolliert.
Das Schiff hat keine Möglichkeit, dass Wassergebiet (die Bucht) Donuslaw zu verlassen, denn die Buchtausfahrten mit versenkten Transportschiffen, d.h. einer Barrikade aus fünf Tonnen Stahl, gesperrt sind.
Heute Abend kam das Schiff ans Ufer, beim Klang der ukrainischen Hymne wurde die Flagge für die Nacht auf Halbmast gesetzt. Möglichst nah ans Ufer, damit jemand sie hört. Irgendjemand …
Wenn mich jemand hört, liest, verbreitet bitte diese Information. Tut etwas, denn die Untätigkeit gleicht dem Verrat.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie schrecklich das ist – an ihrer Stelle zu sein.
Übersetzung – Olha Sydor
Quelle: Eurolution.doc Ukraine on Maidan
