Quelle: https://www.facebook.com/ralf.haska/posts/672739806101098
Interessante Begegnung
St. Katharina ist anscheinend bekannt geworden. Kommen gerade zwei junge Leute in die Kirche. Beide von der Samooborona des Maidan. In ihren “Ein Strich-Kein Strich”-Uniformen. Mit den weißen Kreuzen (Rosenkränzen) an der Schulterklappe. So angezogen sieht man die Samoobarona jetzt sehr häufig. Beide haben ihre Ausweise um den Hals hängen, die Frau einen schönen Blumenkranz im Haar. “Heiraten wollen wir!” Ich freue mich mit ihnen und erkundige mich zaghaft (aber schon ahnend, was kommen wird) nach dem gewünschten Termin. “Heute, jetzt, sofort.” Da muß ich dann aber doch erstmal schlucken. Auf meine Frage, wann sie denn standesamtlich geheiratet haben, bekomme ich zur Auskunft: “Noch gar nicht.” Als ich ihnen dann erkläre, dass sie das aber doch bitte vor der kirchlichen Trauung tun sollten, sind sie schon ein wenig konsterniert. Aber der Befehlshaber ihrer Hundertschaft, den sie vorsorglich mitgebracht haben (wohl gleich als Trauzeugen), sagt ihnen solgeich, wo das nächste Standesamt ist. Wir tauschen die Telefonnummern aus und die beiden machen sich auf den Weg zum Standesamt. Ihnen voran der Hundertschaftsführer. “Wir kommen wieder!” So sagen sie.
Erst als sie schon auf dem Weg sind, merke ich, dass ich gar nicht nach ihrer Konfession gefragt habe. Ich merke, dass es selbst für mich als Pfarrer nicht wichtig war!
Revolutionszeiten bringen es anscheinend mit sich, dass Grenzen zwischen den Menschen absolut nicht mehr wichtig sind. Alle vereint in der Revolution ein Ziel. Das gemeinsame Ziel hält sie zusammen. Und Liebe bringt ja sowieso zusammen. Und somit vereint dann auch der eine Glaube an Jesus Christus.
Das ist Ökumene.
Revolutions-Ökumene.
