Ein Christ und ein Liberal verurteilen heute eine “nicht heilige” Opfer viel leichter, als einen brutalen Folterer.

Ein Christ und ein Liberal verurteilen heute eine “nicht heilige” Opfer viel leichter, als einen brutalen Folterer.

Quelle: http://homo-nudus.livejournal.com/277301.html

Einer der Leader des Automaidans Dmytro Bulatow wurde nach acht Tagen gefunden. Die ganze Zeit hielten die unbekannte Dmytro in einem dunklen Raum mit verbundenen Augen und folterten ihn, damit er antwortet, wer Automaidan finanziert. Es wurde ihm ein Teil des Ohres abgeschnitten, sein Gesicht wurde geschnitten, der ganze Körper wurde gequetscht (er wurde jeden Tag geschlagen, er verlangte sogar, dass sie ihn schließlich töten). In den Händen hat er die Punktionen: eines Tages wurde er gekreuzigt, an die Tür genagelt.

Nach acht Tagen Verhör wurde er in der gleichen Gegend geworfen, wo T. Chornovil, Igor Luzenko, Jurij Werbitzki u.a. gefoltert wurden.

Die Polizei war empört: Warum die Opfer sich in erster Linie an die Behörden nicht meldete, um eine Untersuchung zügig zu starten.

Das Netzwerk wurde wieder von Zorn und Stöhnen der Einen und von den ironischen Kommentare der Anderen gefüllt: wiedereinmal, sagen sie, war das alles orchestriert, schnitt er sich selbst oder schnitten ihn seine eigenen Kollegen, um eine neue Runde der Eskalation zu erregen…

Ich habe aber was Anderes gedacht, als ich dieses Bild gesehen habe:

(https://fbcdn-sphotos-d-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/t1/q71/s720x720/71458_667892663249315_1333876866_n.jpg)

Von Anfang an ärgert sie die, die zu dem christlichen Stereotyp gewöhnt sind. Dann aber stellt man plötzlich fest, dass wir heute viel leichter diejenigen verurteilen, die die Heiligkeit nicht erreicht haben, als diejenigen, die alle Grenzen der Menschheit verschmäht haben. Ein Christ oder ein Liberal verurteilt einen nicht-friedlichen Protest mit der stürmlichen Entrüstung viel einfacher, als die unerträglichen für den gemeinen Mann Gründe, die den Protest verursacht haben.

Wir verurteilen die Mörder, Diebe und Folterer nicht, sie sind, so zu sagen, ausser unserer Bewertung — aber wir werden sorgfältig allen Unvollkommenheiten, alle Unheiligkeit und Nichtidealität der Demonstranten und der Opposition suchen, um alle ihren menschlichen Leidenschaften und Schwächen scharf und unversöhnlich zu verurteilen. Als ob Zentimeter, die den Leidenden von der Heiligkeit trennen, leichter zu messen wäre, als hundert Kilometer, die unsere Kaltblütigkeit von der Menschheit trennen.

Wir laden den Gekreuzigten ein, stumm und regungslos am Kreuz zu hingen und in keiner Weise seinen Leiden zu zeigen, während fordern wir nichts von den Kruzifix-Killer, die bleiben hinter unseren Gefühlen. Wir fordern nicht, das Handwerk den Gräueltaten zu legen — wir fordern ein klaglos Martyrium der Opfern.

Wer hat uns dieses Recht gegeben?

PS. Jetzt versucht die Polizei Dmytro Bulatow direkt im Krankenhaus zu verhaften.

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