#Maidan-Tagebuch: Was im Moment wirklich passiert.

Autor: Alexandra Kuzhel

SEIEN WIR DOCH GANZ EHRLICH – in diesen vier Jahren haben für uns Gefängnis, gekauftes Gericht, Prügeleien durch die Stöcke von Berkut augehört etwas zu sein was “den Anderen” passiert. Dies passiert in der Nähe von jedem von uns. Mit unseren Kindern. Mit unseren Freunden. Mit uns. Mit den Freunden unserer Freunde. Mit unseren Kollegen.

Jemand will das nicht wahrhaben. Nur einfach aus Selbsterhaltungstrieb. Jemand versucht sich selbst zu überzeugen, dass Tymoschenko und “Terroristen von Wasylkiw”, Gefangene der Bankowa Straße und Journalist Dzindzya schuldig und deswegen verurteilt sind. Sie sind schuldig, weil sie sich mit Politik beschäftigten, sind zum Maidan gegangen, dachten nicht so, wie gewünscht… Aber ich doch mache sowas nicht, und mit mir wird alles gut.

Nein, wird es nicht. Weil, wenn du aus der Tür deiner Wohnung rausgehst – zu einem potenziellen Opfer dieses verrückt gewordenen Regimes wirst. Und nun muss man nicht mal rausgehen. Du wirst geholt.

Hört auf sich zu belügen, hört auf sich mit Illussionen zu verteidigen.

Lasst uns aufhören zu zählen wieviele Kandidaten von welcher Partei es gibt. Denn morgen wird es es nur eine Partei und nur ein Kandidat geben. Lasst uns die Kolonnen nicht mehr zählen, die jemand zu den Wahlen führen wird. Denn morgen wird es keine Wahlen mehr geben.

Wisst Ihr, bei dem Schwung der Flügel eines Vogels gibt es eine Schwingkraft für den Vogel der hinten fliegt. Und wenn ein Vogel aus dem Schwarm plötzlich verletzt wird oder entkräftet, werden alle anderen ihm unbedingt helfen und ihn schützen und bei ihm bleiben. Bis der Vogel seine Kraft wieder bekommt.

Immer in der Nähe. Helfen und schützen. Ein echter Freund zu sein. So einer, wie Kiew für Euromaidan.

Kiew ist etwas Besonderes. Die Stadt spricht keine großen Worte und eilt zur Hilfe, wenn es schwierig wird.

Sie ist Freund, der immer Rückendeckung gibt und immer in der Nähe ist.

So war es ein Monat vorher, als Maidan in der Nacht während des Polizeisturmes sich mit zur Hilfe eilenden Kiewer befüllt hat. So war es auch in dieser Nacht, als zu den 20 Mutigen sich noch Tausende Kiewer angeschlossen haben.

Kiew ist der wahre Freund.

Wir dürfen nicht zurückweichen. Und jetzt, heute das Eine fordern – sofortige Bestrafung von Berkut. SIE sind Tiere, die eine potenzielle Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Für jeden von uns. SIE sind sich sicher, dass ihnen nichts passiert solange SIE im Rudel sind. Und an DENEN hat sich tatsächlich niemals jemand herecht. Und solange diese Tiere nicht bestraft werden, solange werden SIE Frauen, Kinder und Alte schlagen. Ob mit Masken oder ohne.

SIE haben einfach deformierte Seele, das Bewusstsein ist defekt und innere Zentren der Kontrolle über die Brutalität – abwesend. Diese Zentren der Kontrolle sind schon lange in die Kabinetts eingezogen, wo die “Familie” haust. SIE haben erweiterte Pupillen, die auf Licht nicht reagieren. SIE hausen in der Dunkelheit.

Übersetzung: Maryna Mudra, Elena R.

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