Letzte Woche wollte ich meinen kleinen Sohn zu einem Malkurs in Bonn anmelden. Es gibt ein schönes Künstleratelier, mit dem wir schon immer geliebäugelt haben… Uns empfängt eine nette Dame, an deren Akzent ihre ostslawische Herkunft nicht zu überhören ist. Ich zeige die mitgebrachten Zeichnungen des Sohnemanns und sie fragt nach seinem Namen. „Taras“, – leise vom Junior. „Te A eR A eS, – buchstabiert sein hilfsbereiter großer Bruder. … Pause… Die Kommunikation ihrerseits wird etwas reservierter, aber wir dürfen uns in die Warteliste eintragen… Ich schreibe Taras“ und meinen Namen und nun kann die Künstlerin nicht mehr aushalten: „Wo kommen Sie her?“ Ich – „Ukraine“. Sie – „Und ich komme aus Moskau. Dann sind wir also auf verschiedenen Seiten der Barrikaden?!“ Blöde Situation, fand ich. Das war der Ort und die Stelle, wo ich über alles reden wollte, aber nicht über Politik. Was sollte ich antworten. „Ich komme aus Kiew. Lassen Sie uns nicht über Politik reden“, – sagte ich zum Abschied. Taras draußen: „Mama, die Frau war aber so nett, ich glaube nicht, dass sie Putin mögen kann“…
Quelle: Lesya Yurchenko auf Facebook
