Machen sich die EU-Außenminister zu Trotteln oder machen sie sich lustig? Als Antwort darauf, dass der Kreml gerade ein Nachbarland mit einem unerklärten Krieg attackiert und Teile von ihm unter Kontrolle bringt, wurden heute Sanktionen gegen 13 – in Worten: dreizehn – weitere Personen beschlossen: Vize-Präsidialamtschef Wolodin ist darunter, der Chef der Luftlandetruppen Schamanow, der Chef des Duma-Gesetzgebungsausschusses Pligin, zwei Krim-Generäle, und zwei Krim-Staatsanwälte, und der Rest Separatisten aus der Ostukraine – die wohl weder Reisepläne noch Konten in der EU haben. Dazu zwei Unternehmen von der Krim. Der Preis für den Anschluss der Halbinsel und den Raubzug in der Ostukraine für Moskau: 60 Personen auf schwarzen Listen, die meisten aus der zweiten und dritten Reihe. Und ein paar nachrangige Unternehmen. Putin entlockt das nur ein Lachen. Das Signal an ihn: Weiter so, billiger bekommst Du Landgewinn nie mehr. Damit wir uns nicht nur in der Außenpolitik lächerlich machen, schlage ich vor, im Sinne der Gleichbehandlung von Raub jeder Art auch das Strafrecht zu ändern. Auf Banküberfälle sollte künftig Taschengeldentzug für die Täter stehen, auf Geiselnahmen Ausreiseverbote in Drittländer. Schlagzeile dazu bei Spiegel Online: „Neue EU-Sanktionen treffen Politiker und Aufständische“. Erstaunlich, wie oft Überschriften inzwischen das Gegenteil der Realität beschreiben.
Quellen von Boris Reitschuster:
Deutsch: http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-neue-eu-sanktionen-gegen-politiker-und-separatisten-a-969037.html
Russisch: http://www.newsru.com/world/12may2014/sanctions.html
Unsere Quelle: Facebook-Stream von Boris Reitschuster

