André Härtel: Der durch “Einsammeln” von ethnischen Russen befeuerte Nationalismus ist die einzig Identitifikations- und Legitimitätsgrundlage für Putins autoritäres Regime
Via: Jörg Drescher https://www.facebook.com/iovialis/posts/10202590141493471?stream_ref=10
Es macht absolut Sinn die gestrige Rede Putins einmal in vollem Wortlaut zu lesen. Sie ist, das muss man zugeben, extrem professionell verfasst und im Grunde das bisher “beste” Narrativ, um die russische Vorgehensweise in der Ukraine zu rechtfertigen. Sämtliche kritischen Punkte werden so dargestellt als seinen sie interpretierbar, so etwas wie allgemein gültige Regeln scheint es nicht zu geben.
Ich habe mir danach gedacht, dass es schon einiger Kenntnisse um den wesentlich komplexeren Zusammenhang zwischen Völkerrecht und Recht auf Selbstbestimmung, zur ukrainischen und russischen Historie, zu den Geschehnissen in Kiew in den letzten Monaten braucht, um die hier angewendete Taktik wirklich zu hinterschauen.
Eines ist aber recht leicht herauszulesen denke ich: Nicht der Mensch, verstanden als Bürger mit den dazugehörigen Bürgerrechten, steht im Mittelpunkt von Putins Politik, sondern immer die ethnischen Russen als Kollektiv.
Dieser, nun auch durch “Einsammeln” von ethnischen Russen außerhalb der bisherigen Grenzen befeuerte Nationalismus ist die einzig mögliche Identitifikations- und Legitimitätsgrundlage für Putins autoritäres Regime.

Man betrachte diesen Teil der Rede: “Die Beziehungen zur Ukraine, mit dem ukrainischen Brudervolk waren und bleiben für uns höchst wichtig – ganz ohne Übertreibung.” Meine Meinung hierzu: “Kain ist im Begriff, Abel zu erschlagen!”