Denis Trubetskoy: Wladimir Putin hat sich entschieden, mich zu schützen. Seitdem habe ich keine Ruhe mehr. Als Vertreter der deutschsprachigen Bevölkerung der Krim möchte ich die Bundesregierung offiziell um Schutz bitten.
Quelle: https://www.facebook.com/denis.trubetskoy/posts/808874009127377?stream_ref=10
An Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
An Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Sehr geehrer Herr Bundesaußenminister,
Sehr geehrte Minister der Bundesregierung,
Sehr geehrte Mitarbeiter der Bundesregierung,
es ist mir bewusst, dass dies nicht der Brief ist, den Ihr ernst nehmt. Angesichts der Lage auf der Krim habe ich mich trotzdem entschieden, diesen Brief doch noch zu schreiben. Ich hoffe auf eine Antwort, auch wenn es mir bekannt ist, dass meine Erfolgsaussischten eher gering aussehen.
Ich heiße Denis Trubetskoy, arbeite als Sport- und Politikjournalist und wohne in Sewastopol. Obwohl ich ethnischer Russe bin, habe ich niemals gefühlt, dass meine Rechte in der Ukraine in Gefahr sind. Genau das Gegenteil: ich habe mich in die Ukraine verliebt und fühle mich fest als Ukrainer.
Russisch ist zwar meine Muttersprache, aber genau das ist mein größtes Problem. Der russische Präsident Wladimir Putin denkt, dass ich nicht mehr Russisch sprechen darf. Er hat sich entschieden, mich zu schützen. Seitdem habe ich keine Ruhe mehr. Ich weiß gar nicht, was mit uns morgen oder übermorgen passiert. Das ist für mich wie eine Katastrophe.
Als Vertreter der deutschsprachigen Bevölkerung der Krim (Deutsch kann ich schon ein bisschen besser als Ukrainisch) möchte ich die Bundesregierung offiziell um Schutz bitten. Ich will wieder meine Ruhe haben.
Hoffentlich kann man mir helfen.
Mit freundlichen Grüßen,
Denis Trubetskoy

Denis,
lassen Sie mich raten. Es gibt drei Varianten:
1.) Ihr Brief wird nicht beantwortet.
2.) Ihr Brief wird beantwortet, wenn die krim-russische Mauer steht.
3.) Sie erhalten eine DVD mit dem Titel “Reisen durch Deutschland”.
Bleiben Sie bloß auf der Krim und genießen Sie den Abzug der Beschützer.
Denn eines ist nur möglich: Entweder Urlaubsparadies oder Truppenübungsplatz!