Was wirklich gerade auf der Krim passiert

Für unsere Freunde aus Russland [und anderswo, A.d.Ü.] erläutere ich die Situation auf der Krim. Dort gibt es das Präsidium des Obersten Rates der Krim, das die gesamte Halbinsel ausgeraubt hat. Sie haben alles, was sich verkaufen lässt, verkauft, und auch das, was sich eigentlich nicht verkaufen lässt. So wie etwa Baugrund in Naturschutzgebieten. Nachdem sie jetzt gesehen haben, dass ihre Schutzherren, mit denen sie bisher die Beute geteilt hatten, geflüchtet sind, sind sie erschrocken. Weil man sie jetzt ins Gefängnis stecken könnte, Anlass dafür gibt es ja. Und dieses Dutzend Leute streut gerade Nebelkerzen.

Jetzt dazu, wer diese bewaffneten Leute sind, die das Parlament der Krim besetzt und einige Zufahrtsstraßen abgeriegelt haben. Das sind Kämpfer des Berkut, der [von dem neuen amtierenden Innenminister. A.d.Ü.] unbedacht und übereilt aufgelöst wurde. Sie standen in den ersten Reihen, sie waren es, die Aktivisten in Kiew erschossen und verprügelt haben. Und auch sie haben jetzt Angst vor dem Strafgericht, weil ihnen bewusst ist, dass sie verbrecherische Befehle ausgeführt haben. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und klammern sich an ihren letzten Strohhalm, doch noch irgendwie zu entkommen.

Unterstützt werden sie von ca. 200 Großmütterchen mit Ikonostasen mit Stalin-Porträts, die in tiefster Armut leben, aber der Meinung sind, dass alle ihre Probleme daher rühren, dass auf den Straßen keine roten Fahnen hängen.

Vermutlich hat man Euch erzählt, dass es auf der Krim Bürgerkrieg gibt, dass Russen unterdrückt werden, oder dass man alle dazu zwingt, Ukrainisch zu sprechen. Doch all das ist nicht so. Das Volk hat einfach nur ein paar Banditen vertrieben, die das Land bestohlen, ausgeraubt und unter dem eigenen Volk gemordet haben. Das hat nichts mit Politik zu tun – das ist ganz einfach ein Kampf mit der Kriminalität. Bei uns herrscht kein Bürgerkrieg, es gibt keine Pogrome, und im Prinzip ist es ziemlich ruhig hier.

Das, was gerade abläuft, sind Versuche der Kriminellen, die an der Macht waren, einen Teil ihres Raubgutes zu retten.

Ich fände es sehr schade, wenn Russland Janukowitsch tatsächlich Unterschlupf gewährt, denn er ist kein Politiker, sondern ein ganz einfacher Bandit. Wisst ihr noch, wie wir während des Kriegs in Libyen alle Mitteilungen lasen, wie gut es Libyen unter Muammar [Gaddafi, A.d.Ü.] ging, wie viel Geld eine Familie bei der Geburt eines Kindes bekam und so weiter. Was die Ukraine angeht, so kann ich aus erster Hand mitteilen, so was hat es bei uns nicht im entferntesten gegeben – in den Läden haben die Großmütterchen Kleingeld gesammelt, damit sie sich ein Brot leisten konnten, während Janukowitsch in Gold gegossene Brotlaibe sammelte (und das ist nicht metaphorisch gemeint, sondern ein reales Faktum, unter dem Raubgut in seiner Residenz fanden sich tatsächlich Brotlaibe aus Gold), und als das bis zum Äußersten gebrachte Volk schließlich sagte, „genug!“, gab er den Befehl, wild in die unzufriedenen friedlichen Demonstranten zu feuern.

Deswegen bitte ich Euch, nicht auf Provokationen zu reagieren, und Propaganda von der Wahrheit zu unterscheiden. Lasst Eure politischen Überzeugungen Euch nicht daran hindern, einen Banditen als solchen zu erkennen.

Quelle: Kirill Vinogradov auf Facebook
Übersetzung: Tobias Ernst

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