Hilferuf für den Maidaner Andrij Schewzow

10589024_10204459348785126_579821639_nAndrij Schewzow war ein Aktivist der Revolution der Würde auf dem Maidan. Er ist ein Fußball-Fan von Dynamo Kyiw und Student an der Nationalen Karpenko-Kary-Universität für Theater, Film und Fernsehen.

Am 19. Januar 2014 wurde Andrij mit Gummigeschossen durch Berkut-Soldaten auf der Hruschewskij-Straße beschossen. Eine Kugel traf seinen Kopf; die zweite verletzte den Bereich um das linke Auge. Andrij litt unter schweren Prellungen – eine Prellung des Auges dritten Grades mit traumatischem Hyphäma und Hemophthalmos des linken Auges.

Maidan SchewzowEr hat ein ärztliches Attest aus dem Maidan-Hospital:

“Referenz No.68 vom 21. Januar 2014

Am 19. Januar 2014 um 21:00 Uhr wurde Andrij Schewzow (geb. 05. Juni 1988) von A. Illijenko in das medizinische Zentrum im Gewerkschaftshaus gebracht. Er wies eine Schusswunde (Gummigeschoss) im linken Auge, eine große Anzahl von Prellungen am Körper und schwere Wunden an den unteren Extremitäten auf. Er befindet sich in einem ernsten Zustand. Er erhielt sofort eine Erste-Hilfe-Behandlung und wurde am 19. Januar 2014 in das 22.00 Uhr in das Oleksandrivskyj-Krankenhaus aufgenommen.

Behandlungsverfahren:

19.01.2014 – Erste-Hilfe-Behandlung in der Gewerkschaftshaus

19-20.01.2014 – Operation im Oleksandrivskyj-Krankenhaus; eine Kugel wurde aus seinem Kopf entfernt, und die Überreste der zweiten Kugel wurden aus seinem linken Auge entfernt.

15.02-20.02.2014 – medizinische Behandlung im Warschauer Krankenhaus MSWiA

Trotz aller Anstrengungen waren die Spezialisten in Warschau nicht in der Lage, die Sehkraft des verletzten Auges von Andrij wiederherzustellen, und sie empfahlen, dass deutsche Spezialisten die Behandlung übernehmen sollten. Andrij hat die Sehkraft eines Auges verloren, während die Sehkraft des anderen Auges wegen der Prellungen und Druckzuständen sich verringert hat. Seine Dokumente und ärztlichen Atteste wurden an deutsche Kliniken geschickt. Die deutschen Spezialisten antworteten, dass sie versuchen wollen, ihm zu helfen. Sie boten an, sein Auge zu untersuchen und eine Vitrektomie durchzuführen. Wenn sich die medizinischen Untersuchungen und Empfehlungen der polnischen Ärzte bestätigen, wird eine Netzhauttransplantation erforderlich sein.

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Die Schätzung für die medizinische Untersuchungen und eine Vitrektomie in der Klinik belaufen sich auf 14.000 €.

btn_donateCC_LGPaypal: help.shevtsov@gmail.com

 

Andrij erzählt seine Geschichte ….

“Ich bin Patriot der Ukraine. Ich lebe in Kyiw. Ich kam am ersten Tag der Proteste, am 20. November auf den Maidan, als die so genannte ukrainische Regierung (eine kriminelle Struktur) die Verhandlungen über das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union suspendiert hat. Ich kam auf den Maidan, um gegen die Bande von Kriminellen, die in der Ukraine die Regierungsgewalt an sich gerissen hatte und sich die Taschen in einem System der Korruption füllte, und gegen die Einschränkung der Rechte und Freiheiten der Ukrainer zu kämpfen. Von diesem Tag an war mein Leben mit der Revolution der Würde verbunden. Ich übernahm nahm eine aktive Rolle bei den Protesten auf dem Maidan und der Hruschewskyj-Straße, und ich schlief im Rathaus. Ich fuhr fort, meine Kurse an der Universität zu besuchen und arbeitete an einem Film-Set. Ich studiere, um ein Kameramann zu werden; Ich habe als Aufnahme-Ingenieur / Aufnahmetechniker in Filmen und TV-Serien mitgearbeitet. Die Arbeit mit der Kamera auf einem Set ist etwas, was mir große Freude bereitet!

hruschewskyjAn diesem Tag kam ich von einer Nachtschicht von Dreharbeiten zurück, schaltete den Computer und den Fernseher an und fand heraus, dass auf der Hruschewskyj-Straße ein echter Kampf begonnen hatte. Viele Patrioten wurden verletzt. Ich konnte nicht zu Hause bleiben und nichts tun. Ich habe mein Handy zu Hause gelassen und packte meine Kamera und den Skifahrer-Helm. Ich hatte keinen anderen Schutz. Ich war etwa um 16.30 Uhr auf der Hruschewskyj-Straße. Zu dem Zeitpunkt gab es ein paar tausend Demonstranten und einige Krankenwagen. Die Demonstranten haben die Busse in Brand gesetzt, die in der ersten Reihe standen – sie waren wie Barrikaden zwischen den Demonstranten und den Soldaten – Berkut Sondereinsatzkräfte waren weiter oben auf dem Hügel im Mariinskij-Park stationiert. Die Berkut- Truppen begannen mit scharfen Waffen auf Demonstranten zu schießen, und sie warfen auch Handgranaten.

Die Hauptverletzungen – Schnittwunden an den unteren Extremitäten nach der Explosion von Granaten (die Berkut-Truppen hatten die Granaten mit Schrauben, Muttern, Bolzen und verschiedenen kleinen Metallteilen umwickelt), Kopfverletzungen und schwer verletzte Augen. Die meisten Menschen auf der Hruschewskyj-Straße hatte keinen Körperschutz, und viele trugen noch nicht einmal Helme. Die Berkut zielten auf die Köpfe und die Augen.

Ich war in der Nähe der Säulen am Lobanowskij-Stadion – zusammen mit einigen Journalisten und Fotoreportern. Die Granaten und Pflastersteine ​​flogen von der einen Seite her, während die Berkut einen Angriff von der anderen Seite unternahmen. Ich wurde von Gummigeschossen getroffen. Eine Kugel traf mich in den Kopf und durchschlug meinen Helm; der andere traf den Bereich des linken Auges. Ich verlor das Bewusstsein. Unbekannte Patrioten trugen mich bewusstlos zu einem Krankenwagen auf dem Europaplatz. Einige Burschen erkannten mich und brachten mich ins Erste-Hilfe-Zentrum des Maidan auf der dritten Etage des Gewerkschaftshauses. Die Ärzte behandelten meine Wunden sofort, aber sie konnten nicht mehr tun. Sie empfahlen, dass ich in ein Krankenhaus eingeliefert werden sollte, weil ihrer Meinung nach meine Verletzungen sehr ernst waren. Mein Gesicht war geschwollen, und sie konnten den tatsächlichen Zustand meiner Augen nicht überprüfen.

Die Ärzte im Kyiwer Krankenhaus rieten mir, meine Anmeldung aus Gründen der persönlichen Sicherheit mit einem fiktiven Namen und Nachnamen vorzunehmen. Am folgenden Tag kamen einige Freunde ins Krankenhaus und nahmen mich gleich nach der ersten ärztlichen Untersuchung mit, weil Polizeibeamte alle Krankenhauseinweisungen überprüften und verwundete Demonstranten en masse verhafteten.

Am nächsten Tag wurden auf der Hruschewskyj-Straße die ersten Opfer der Maidan-Revolution, Michailo Schisnewskij und Serhyj Nigojan, getötet. Am Abend wurden zwei Personen (Jurij Luzenko und Ihor Verbytsky) aus dem Krankenhaus, wo ich zuerst war, entführt. Jurij Verbytsky wurde zu Tode gefoltert.

Spenden für Andrij Schewzows medizinische Behandlung:

Paypal: help.shevtsov@gmail.com
btn_donateCC_LG

 

 

Quelle: englisch: http://euromaidanpress.com/2014/07/11/help-maidaner-andriy-shevtsov/
russisch: http://euromaidanpress.com/2014/07/16/помощь-раненому-участнику-революции/

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5 Responses to Hilferuf für den Maidaner Andrij Schewzow

  1. justice says:

    Eigentlich müsste der Ukrainische Staat für den mit der Absicht der Zerstörung von Menschenleben unverhältnismäßig eingesetzten Waffengebrauch, schadensersatzpflichtig gemacht werden. Wahrscheinlich werden wieder einmal diejenigen, die ohnehin täglich ums Leben und ihre Würde kämpfen müssen, das notwendige Geld für die medizininsche Behandlung aufbringen. Das wäre aber unfair! Diejenigen, die den Schaden angerichtet haben, also die Verantwortung für den Polizeieinsatz hatten und diejenigen, die jahrelang von der Korruption in Saus und Braus gelebt haben, sollten ihre Geldbörsen öffnen, und nicht nur für Andrij Schewzows Rehabilitation Sorge tragen. Erst wenn sich eine derartige Gerechtigkeitskultur in der Ukraine einstellt, dass nach dem Verursacherprinzip wirklich Schadensersatz eingefordert bzw. eingeklagt werden kann, haben sich die Lebensverhältnisse zum Besseren geändert. Es gibt reiche UkrainerInnen, hilfsbereite medizinische Kapazitäten in Deutschland und fähige Organisatoren mit Verbindungen zur Kirche. Wo ist das Problem?

  2. Pingback: Допомога пораненому майданівцю Андрію | EUROMAIDAN PRESS | News and Opinion from Across Ukraine

  3. Pingback: Help Maidaner Andriy report! | EUROMAIDAN PRESS | News and Opinion from Across Ukraine

  4. Pingback: Help Maidaner Andriy Shevtsov! | EUROMAIDAN PRESS | News and Opinion from Across Ukraine

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