Ralf Haska: Ich will Frieden, aber denke wie viele Ukrainer: Es reicht.

Ralf Haska: Ich will Frieden, aber denke wie viele Ukrainer: Es reicht.

Original: https://www.facebook.com/ralf.haska/posts/731081626933582?fref=nf

Ich fühle mich nicht wohl. Weil ich hin- und hergerissen bin. Wie sehr würde ich es begrüßen, wenn ein Waffenstillstand im Donbas wirklich halten würde. Wie sehr möchte ich Frieden in unsrem Land. All die christlichen Werte, die für unsere Welt so wichtig sind, wie Nächstenliebe (ja sogar Feindesliebe!), Barmherzigkeit, Friedfertigkeit, Gnade und Vergebung, halte ich für absolut richtig und unabdingbar und existentiell für das menschliche Zusammenleben. Und ich habe den Satz weiterhin im Ohr: Krieg soll nach Gottes Wille nicht sein. (ÖRK 1948)

Doch was tun, wenn Menschen das Böse befällt. Wenn sie verführt, verleitet werden. Wenn sie nur Kampf, Mord und Totschlag kennen wollen. Wenn all die christlichen Werte eben nicht für solche Menschen gelten? Dann muß ich versuchen, mit Ihnen zu reden. Ich muß versuchen, zu verhandeln.

Das ist richtig und wichtig. Aber es gibt Grenzen. Man kann nicht mit Menschen verhandeln, die gleichzeitig weiter morden. Die Ukraine hat so viel Geduld bewiesen. So viel ertragen. So viel, dass viele bereits seit langem meinen, nicht mehr stillhalten zu können. Nicht mehr stillhalten zu dürfen.

Ich will Frieden, aber denke wie viele Ukrainer: Es reicht. Das Sterben reicht, das Morden reicht. Geduld und Verhandlungsbereitschaft werden verhöhnt. Verhöhnt mit noch mehr Morden, mit noch mehr Aggression. Auch für mich als Christenmenschen bleibt die bittere Erkenntnis: Der massive Einsatz der ukrainischen Armee und der anderen ukrainischen Kräfte ist gerechtfertigt und geboten. Die ATO muß weitergehen.

Und es bleibt die bittere Erkenntnis: Europa steht dem Kampf des ukrainischen Volkes nicht genügend bei. Europa läßt sich und seine Werte, die auf eben jenen christlichen Werten beruhen, von denen ich bereits sprach, lieber verhöhnen. Europa merkt nicht, dass eine Grenze durch den Aggressor bereits längst überschritten ist.

Hin- und hergerissen. Und doch voller Hoffnung, dass dieses Land schnell in Frieden aufbauen darf, was sich so viele Menschen in den letzten Monaten hier in Kiew wie dort im Osten mit hohem Blutzoll erkämpft haben.

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